Oliver Bimber war mit seiner Drohne auf der Suche nach einem Mörder. Das KI-gestützte Flugobjekt kann Bäume „wegrechnen“ und erlaubt so einen freien Blick auf die Gegend. Trotzdem stieß die Drohne bei diesem Einsatz an ihre Grenze, wurde nichts gefunden.
Da sage noch einmal wer, Wissenschaft sei langweilig! Uniprofessor Oliver Bimber, Leiter des Instituts für Computergrafik an der Johannes Kepler Uni (JKU) in Linz, begab sich im August 2025 in Deutschland auf die Jagd nach einem flüchtigen Dreifachmörder. Der 61-Jährige hatte eine ganze Familie – Mutter (44), Vater (47) und deren Sohn (16) – mit Schüssen und Stichen ermordet. Der Mann flüchtete und konnte tagelang nicht gefunden werden. Hier kam Bimber ins Spiel.
Dichtes Waldgebiet überflogen
Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde mit einer Drohne ein 25 Quadratkilometer großes, dichtes Waldgebiet überflogen, in dem der Mörder vermutet wurde. Zum Einsatz kam dabei ein an der JKU entwickeltes Anomalie-Erkennungsverfahren sowie das ebenfalls an der JKU entwickelte Verfahren „Airborne Optical Sectioning“ (AOS), das einen „Blick“ durch ein dichtes Blätterdach ermöglicht. Damit kann man sozusagen die Bäume dank künstlicher Intelligenz wegrechnen und das sichtbar machen, was sonst von der Luft aus nicht zu sehen wäre.
30.000 Luftaufnahmen wurden gemacht
So ist sogar Kleidung erkennbar. Im August 2025 stieß das System am Ende allerdings an seine Grenzen – der Mörder wurde nicht gefunden. Der Grund: Er hatte sich in einem unterirdischen Betonrohr versteckt und war dort gestorben. Durch dieses Rohr konnte die KI aber nicht schauen. Die Leiche wurde später nach einem Hochwasser an die Oberfläche gespült. Das Motiv für die Bluttat blieb rätselhaft.
Die Daten der Drohnensuche wurden im renommierten Journal Nature Scientific Data veröffentlicht. 30.000 Luftaufnahmen wurden gemacht. Diese sollen nun helfen, das KI-Verfahren besser zu trainieren und noch erfolgreicher einzusetzen.
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