Die angespannte Lage im Nahen Osten wirkt sich zunehmend auf die internationale Rohstoffversorgung und Logistik aus, moniert die heimische Lack- und Anstrichmittelindustrie. Farben und Lacke könnten infolgedessen teurer werden.
Steigende Rohölpreise sowie anhaltende Störungen globaler Lieferketten verschärfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Branche deutlich, warnte der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) in einer Aussendung am Mittwoch.
Besonders betroffen seien die Kostenstrukturen der Unternehmen, weil viele für die Lackproduktion eingesetzten Materialien – darunter Bindemittel, Lösungsmittel, Harze und Additive – direkt oder indirekt auf petrochemischen Rohstoffen beruhen. Steigende Rohölpreise schlagen sich daher in höheren Produktionskosten nieder. Auch wenn die heimische Lackindustrie zu rund 80 Prozent auf wasserbasierte Systeme setze, bleibe die Abhängigkeit von petrochemischen Ausgangsstoffen bestehen.
Kostensteigerungen und Lieferkettenprobleme
„Neben den aktuellen Kostensteigerungen sehen wir zunehmende Risiken für die Verfügbarkeit zentraler Rohstoffe“, sagt Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie. „Umleitungen in der Schifffahrt, längere Transportzeiten und Engpässe bei Energie und Vorprodukten wirken sich bereits heute auf Lieferketten aus – und werden auch nach einem Ende des Konflikts nicht sofort verschwinden.“
Die konjunkturelle Erholung, die sich in den letzten Monaten angedeutet habe, sei nun wieder stark gefährdet, so der Fachverband, wobei das volle Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen derzeit noch nicht abschätzbar sei.
Die 26 Betriebe der österreichischen Lack- und Anstrichmittelindustrie beschäftigen nach eigenen Angaben etwa 2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie produzieren jährlich 133.000 Tonnen Lack- und Anstrichmittel im Wert von 503 Millionen Euro.
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