Der starke Anstieg bei den Spritpreisen trifft auch das Taxi- und Busgewerbe. Ein Sprecher der Tiroler Wirtschaftskammer erklärt, warum die Kosten nicht sofort an Kunden verrechnet werden können.
Infolge der Krise im Nahen Osten spielen die Preise an unseren Tankstellen derzeit verrückt. Wie wirkt sich das auf die Taxi- und Busunternehmen aus? Franz Sailer, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Tiroler Wirtschaftskammer, betont im Gespräch mit der „Tiroler Krone“: „Klar ist die Stimmung unter den Betrieben gedämpft, die Zapfsäule ist generell ein sehr emotionalisierendes Thema“, so der Branchensprecher.
Es kommen ja auch beispielsweise noch die Löhne für das Personal hinzu.
Franz Sailer
„Nur“ ein Teil der Kostenkalkulation
Zugleich sagt der Spartenobmann aber auch, dass „die Treibstoffkosten nur einen Teil der gesamten Kostenkalkulation ausmachen. Es kommen ja auch beispielsweise noch die Löhne für das Personal hinzu“.
Sofort eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden die gestiegenen Treibstoffpreise nicht, klärt Sailer auf. „In Innsbruck zum Beispiel wurden die Taxi-Tarife mit 1. Jänner angepasst und gelten noch länger.“
Bei nächsten Tarif-Verhandlungen eventuell ein Faktor
Mit dem Ausbruch des Iran-Krieges habe man bei den Tarifverhandlungen freilich noch nicht gerechnet. Je nachdem, wie sich die Spritpreise weiterentwickeln, wird sich die Teuerung an den Zapfsäulen gegebenenfalls in den nächsten Tarif-Verhandlungen niederschlagen.
Ob manche Taxi- bzw. Busunternehmer am Ende des Tages aufgrund der explodierenden Spritpreise eine schwarze Null oder im schlimmsten Fall gar ein Minus schreiben müssen, lasse sich jetzt noch nicht abschätzen, meint der Spartenobmann.
Merit-Order-Prinzip macht Obmann sehr große Sorgen
Sailer macht sich jedoch Sorgen um eine weitere Problematik. „Durch das Merit-Order-Prinzip wirkt sich der Rohölpreis auch auf den Strom aus. Dann wird alles wieder teurer und es erwarten uns wohl schwierige Kollektivvertragsverhandlungen.“
Zu der nun von der Regierung verordneten Spritpreisbremse wollte der Obmann abschließend „noch nichts sagen. Man muss sich das erst im Detail ansehen“.
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