Wahnsinnig knapp

Pallitsch in Ostrava im Pech, Lyles mit Traumzeit!

Sport-Mix
16.06.2026 21:43
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

Das ist wahnsinnig knapp gewesen, wirklich ein Riesenpech! Raphael Pallitsch verfehlte in 3:52,54 beim „Golden Spike“ in Ostrava als Achter den fast 45 Jahre alten österreichischen Meilen-Rekord von Robert Nemeth (3:52,42) um lediglich zwölf Hundertstel, Caroline Bredlinger lief als Achte in dem von Audrey Werro (Sz) in 1:54,45 gewonnenen 800-m-Hit starke 1:59,36. Und den Glanzpunkt des Super-Meetings setzte Noah Lyles mit einer sensationellen Weltbestzeit über die selten gelaufenen 150 m in 14,67. Eine Traumzeit!

„Es war ein Superrennen, ein Wahnsinn, meine Form stimmt, das war einfach nur Pech. Aber ich bin trotzdem sehr, sehr zufrieden“, meinte Pallitsch nach dem großartigen Meilen-Rennen. Seine Leistung muss man noch mehr würdigen, wenn man bedenkt, dass er in dieses „Gold-Meeting“ der World Athletics nicht richtig fit reingegangen war …

„Ich hatte in den letzten Tagen eine Zerrung am Oberschenkel, hatte sogar erwogen, meinen Start abzusagen“, meinte er nach dem Rennen. Aber er wollte seine Chance in Ostrava nutzen, lag dann lange, wie häufig, taktisch im hinteren Teil des Feldes, hatte aber das Rennen ständig unter Kontrolle. Als er sich dann vorarbeitete, musste er bestimmt 500 m außen laufen. Dennoch flog er auf der Zielgeraden (etwa wie bei der EM in Rom 2024) immer näher an die Führenden heran. Da war es einfach nur Pech, dass der Uralt-Rekord in Ostrava nicht fiel!

(Bild: James Rhodes)

„Zufrieden und sehr glücklich!“
Gleich nach dem Meilen-Rennen folgte der Hit über 800 m der Frauen. An der Spitze setzte sich Werro schließlich überlegen in 1:54,45 durch, jubelte über ihren nächsten großen Sieg. Auch Femke Broeders-Bol riss als Zweite vor Freude beide Arme in die Höhe! Bei ihrem Freiluft-Debüt über 800 m lief sie auf Anhieb 1:57,13. Großartig hielt sich bei diesem Weltklasse-Rennen auch Caroline Bredlinger. Sie hatte zwar auf den ersten 100 m in dem Gedränge zu kämpfen, nutzte dann aber das für sie ideale Tempo, blieb zum vierten Mal in ihrer Karriere unter der 2:00-Minuten-Grenze. Schneller als jetzt in Ostrava war sie nur im Vorjahr mit 1:58,95 und 1:58,99. „Ich bin sehr glücklich, bin sehr zufrieden“, strahlte die Burgenländerin, die sich bekanntlich schon 2025 fix für die EM in Birmingham qualifiziert hatte.

Noah Lyles
Noah Lyles(Bild: James Rhodes)

Bestzeit pulverisiert
Ganz zum Abschluss des Super-Meetings sorgte Olympiasieger Noah Lyles für den erhofften Knaller. Er pulverisierte in 14,67 die bisherige Weltbestzeit von Kishane Thompson (14,92) deutlich. Auch wenn die 150 m nicht häufig gelaufen werden, diese Zeit ist ein Hit. Hinter dem US-Ami blieb auch Sinesipho Dambile (SA) in 14,78 unter der früheren Bestmarke. Gout Gout, Australiens U20-Weltrekordler über 200 m, wurde in 14,96 Dritter.

Leni Lindner lief starke 11,33
Schon am Nachmittag hatte es für Österreich in Ostrava einen großartigen Auftakt gegeben. Leni Lindner lief im Vorprogramm über 100 m bei einem Gegenwind von 0,5 m/sek in starken 11,33 Sekunden die schnellste Zeit. Damit setzte sie ihre heuer schon starke Form weiter erfolgreich um. Nur einmal war sie in ihrer Karriere schneller – heuer in St. Pölten mit 11,28, in jenem Rennen, in dem Isabel Posch mit 11,10 ihren sensationellen 100-m-Rekord aufgestellt hatte. Im A-Finale waren schließlich am Abend nur fünf Sprinterinnen schneller als Lindner!

Leni Lindner
Leni Lindner(Bild: James Rhodes)

Als ihre Siegerzeit vom ersten Heat an der elektronischen Anzeigetafel aufleuchtete, jubelte die Niederösterreicherin: „Die 11,33 waren lange Zeit fest in meinem Kopf!“ Denn die 11,33 waren bis heuer ihre persönliche Bestzeit, aufgestellt vor fünf Jahren in Eisenstadt. Lange hatte sie diese Marke gejagt. Heuer ist ihr Kopf frei für neue Topzeiten. Erst die 11,28, jetzt wieder 11,33. Bei ihren nächsten Starts am Samstag bei den Balkan-Meisterschaften in Vólos, dann in Banská Bystrica und schließlich am 1. Juli in Eisenstadt dürfte sie ihren 100-m-Startplatz für die EM in Birmingham (10. bis 11. August) abgesichert haben.

Rattinger mit Sturz-Pech
Großes Pech hatte Tobias Rattinger über 3000 m Hindernis. Er stürzte am letzten Hindernis, kam aber trotzdem noch als 14. mit 8:28,27 in Ziel. Das war nach seinen 8:26,27 seine zweitbeste Zeit der Karriere. „Ohne Sturz wäre ich sicher eine persönliche Bestzeit gelaufen“, war der Oberösterreicher natürlich total enttäuscht, „vielleicht wäre sich sogar das Direkt-Limit für die EM ausgegangen!“ Dafür sind 8:20,00 erforderlich. Die nächste EM-Chance bietet sich ihm am kommenden Samstag bei den Staatsmeisterschaften über 3000 m Hindernis im Rahmen der Wiener „Track Night“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung