Rund um das Luxushotel Mandarin Oriental ist ein heftiger Rechtsstreit entbrannt, der nun in einer Insolvenz endet. Der Hotelbetreiber selbst ist nicht betroffen, sondern jene Firma, welche für den Umbau zuständig war. Rund 19 Millionen Euro stehen als Passiva zu Buche.
Das Fünfsternehotel Mandarin Oriental in der Riemergasse gilt als Hingucker in der Wiener City, wurde es erst im Dezember 2025 eröffnet. Doch hinter den prachtvollen Fassaden brodelte offenbar ein Rechtsstreit: Am 26. März 2026 hat die Hagenauer Austria GmbH & Co KG sowie die Hagenauer Austria GmbH beim Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, wie der KSV1870, Creditreform und AKV in getrennten Aussendungen mitteilten. Während die GmbH & Co KG als Projektgesellschaft und Generalunternehmerin fungiert, dient die GmbH lediglich als Haftungsgesellschaft für die KG.
Konkret geht es offenbar um einen Konflikt zwischen der Hagenauer Austria und der Auftraggeberin. Die Passiva werden mit fast 19 Millionen Euro angegeben. „Aufgrund der gesetzlichen Solidarhaftung der Komplementärgesellschaft ist jedoch bei der GmbH mit Verbindlichkeiten in einem ähnlich hohen Ausmaß zu rechnen“, wird Alexander Greifeneder vom KSV1870 in der Aussendung zitiert.
Der AKV sieht den Grund für die Insolvenz im Antrag der deutschen Mutterfirma Hagenauer GmbH auf die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens, also ein Verfahren in Form der Sanierung unter gerichtlichem Schutz.
Zahlungen verweigert
Laut Creditreform liegen die Ursachen für den entbrannten Streit vor allem darin, dass die Auftraggeberin seit Jänner 2026 die Zahlungen verweigert. Dadurch kam es zu Geldproblemen im Unternehmen. Zusätzlich fiel die finanzielle Unterstützung der Muttergesellschaft weg. Auch massive Probleme bei der Leistungserbringung spielten eine Rolle.
Derzeit wissen die Gläubigerschützer von 80 Gläubigern. Die Aktiva des Unternehmens übersteigen mit mehr als 21 Millionen Euro die Passiva. Zu dem Vermögen der insolventen Firma gehöre laut Creditreform auch eine Forderung in Höhe von 21,2 Mio. Euro gegen eine nicht genannte GmbH.
Hotelbetrieb läuft weiter
Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 28. Mai anmelden. Eigentümer der insolventen Gesellschaften ist auch laut Wirtschaftscompass die bereits erwähnte Hagenauer GmbH mit Sitz im deutschen Allgäu. Für Gäste des Luxushotels gibt es vorerst Entwarnung: Der laufende Betrieb soll durch die Pleite des Bauunternehmens nicht betroffen sein.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.