850.000 Euro erbeutet

Gefängnisstrafe für tricksenden Bademeister

Salzburg
31.03.2026 11:34

Sage und schreibe 850.000 Euro konnte ein zweifach vorbestrafter Bademeister über sechs Jahre seinem Arbeitgeber, einem Hotel im Pinzgau, abluchsen. Wie? Er manipulierte das Kassensystem für den Verleih von Handtüchern und Bademänteln. Dafür setzte es zwei Jahre teilbedingte Haft, nicht rechtskräftig.

Bereits beim ersten Verhandlungstag Mitte Oktober 2025 betonte der betroffene Hotelier eines Familienbetriebs: „Wir haben uns nicht vorstellen können, dass uns jemand in dieser Dimension auslöffelt. Wir haben das nicht glauben können.“ Von 2018 bis 2024 liefen die Tricksereien des angeklagten Bademeisters: Er hatte Zugriff auf die Kassa der dortigen Badewelt – und er nutzte das System schamlos aus. „Unzählige Male wurde Pfand verbucht, wieder storniert und das Geld aus der Kassa genommen, ohne dass es ein tatsächliches Geschäft gab“, erklärte der Staatsanwalt den Anklagevorwurf, lautend auf Veruntreuung.

„Wo ist das Geld?“
Überführt wurde der 50-Jährige letztlich durch Videoaufnahmen. Er legte auch ein Geständnis ab, äußerte aber Zweifel an der hohen Schadenssumme. Deshalb beauftragte das Gericht einen Sachverständigen in puncto Buchhaltung. Bei der Fortsetzung am Dienstag verwies die Richterin auf das Gutachten: 2500 bis 3200 Euro pro Woche habe sich demnach der Angeklagte einfach aus der Kassa genommen, in Summe 850.000 Euro. „Wo ist das Geld dann? Es hätte jeder am Computer drücken können, ich war nicht allein“, zweifelte der 50-Jährige trotzdem weiter an der Schadenssumme. 

Doch wo ist das Geld wirklich? Offenbar bei der Lebensgefährtin, heißt es in der Anklage. Er soll ihr das Leben finanziert haben. Die Frau selbst hatte nur einen kurzen Gerichtsauftritt: Sie entschlug sich der Aussage. Abschließend verwies die Staatsanwältin auf die „unmissverständlichen Zahlen“ und nannte es eine „systematische Manipulation“.

Das nicht rechtskräftige Urteil: zwei Jahre teilbedingte Haft, acht Monate muss er demnach im Gefängnis absitzen. Dem Hotelier muss er 800.000 Euro an Schaden ersetzen und der Republik auch noch 850.000 Euro zahlen, macht in Summe 1,6 Millionen Euro. Der Bademeister arbeitet ohnehin wieder, jetzt aber in einem Hotel im Pongau.

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