Viele kennen das: ein schönes altes Foto, aber niemand kennt mehr die Geschichte dahinter. Auch eine mehr als 100 Jahre alte Aufnahme aus dem Tiroler Dorf Kundl gab lange Zeit Rätsel auf. Ein Schulfoto, auf dem noch eine ganz andere Geschichte versteckt ist.
Viele Kinder, ein paar Lehrer und ein riesiger Taubenschlag – zu sehen auf einem Foto aus dem Jahr 1921, aufgenommen im alten Schulhof in Kundl. Über Kinder und Lehrer muss man sich auf einem Schulfoto nicht wundern. Auch nicht über die große Zahl an Schülern, die damals in noch so kleinen Dörfern in den Klassen saßen. Familien mit zehn und mehr Kindern waren keine Seltenheit.
Im Dienste des Kaisers
Doch ein so großes Taubenhaus mitten im Schulhof, das ist doch ungewöhnlich. „Krone“-Leser Hannes Sollerer aus Wörgl hat sich des Rätsels angenommen und Interessantes herausgefunden. Demnach waren die Tauben aus Kundl einst „Kriegsberichterstatter“ im Dienst des Kaisers. „Brieftauben wurden für Nachrichtenübermittlung im Krieg eingesetzt. Ihre Haltung musste im Kriegsministerium genehmigt werden“, weiß Sollerer.
So kam es, dass der Kundler Oberlehrer und spätere Oberleutnant Josef Reinisch in „seiner“ Schule den militärisch wichtigen Taubenschlag ermöglichte. Mitstreiter war Leonhard Edenstraßer vom Gasthof Neuwirt, Großvater von Sollerer und im Ersten Weltkrieg Hauptmann. Die Tauben aus Kundl übermittelten bis Kriegsende 1918 militärisch wichtige Nachrichten.
Danach blieb der Taubenschlag lange als Relikt übrig. „Zum Zeitpunkt der Aufnahme war er wohl schon nicht mehr bevölkert“, verweist Sollerer auf das Foto, auf dem das „Vogelhaus“ nicht mehr in bestem Zustand erscheint.
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