Bewegte Geschichte

Nach 80 Jahren sagt Trafikanten-Dynastie Servus

Tirol
22.03.2026 18:00

Was die Oma im Jahr 1946 begonnen hat, das bringt Enkelin Gabriele jetzt zu Ende. Doch am letzten Arbeitstag blickte sie noch einmal zurück auf eine Familientradition mit spannenden Geschichten. 

Erleichterung, aber auch Wehmut schwang mit, als Gabriele Huber-Hruschka am Samstag im Fruchthof in Neu-Arzl in Innsbruck ihre Trafik ein letztes Mal zusperrte. Damit endet nach 80 Jahren eine Familientradition. „Meine Oma hat sich 1946 als Kriegswitwe vors Finanzamt gesetzt und gesagt: Ich gehe nicht weg, bevor ich nicht eine Trafik bekomme“, erzählt die Enkelin, wie alles begann.

Schon als Kind half Gabriele gerne der Mama. Im Bild der zweite Standort, in dem auch ...
Schon als Kind half Gabriele gerne der Mama. Im Bild der zweite Standort, in dem auch Schulsachen gefragte Ware war.(Bild: Christof Birbaumer)
Der Papa in den 1960er Jahren vor dem ersten Geschäft.
Der Papa in den 1960er Jahren vor dem ersten Geschäft.(Bild: Christof Birbaumer)

Oma Anna bekam ihre Trafik, direkt an der Haller Straße. „Ein Metzger und ein Lebensmittelgeschäft waren gleich ums Eck. Es war ein belebtes Viertel mit sehr familiärer Atmosphäre“, beschreibt Gabriele Huber-Hruschka ein Bild, das viele noch von früher kennen. Ein autonomes Stadt-Grätzl, in dem die Bevölkerung wie in einem eigenen Dorf lebte. In diesem Fall hieß das Grätzl Schießstand und die Bewohner waren stolze Schießstandler. 

Zeitungen, Tabakwaren, Stempelmarken – später erweiterte Mutter Annemarie das Sortiment um Schulartikel. „Weil die Volksschule in der Nähe war“, nennt die Tochter den Grund. In der Familie Huber leiteten stets die Frauen das Geschäft. „Papa hatte einen anderen Beruf, übernahm aber gerne die Samstage. Da hatte Mama daheim genug zu tun.“

Gabriele Huber-Hruschka an ihrem letzten Arbeitstag. 30 Jahre stand sie in der Trafik.
Gabriele Huber-Hruschka an ihrem letzten Arbeitstag. 30 Jahre stand sie in der Trafik.(Bild: Christof Birbaumer)

Gebäude musste für Olympische Spiele weichen
1976 musste die erste Trafik weichen, weil die Haller Straße für die Olympischen Spiele erweitert wurde. Eineinhalb Jahre war ein Wohnwagen Geschäftslokal, dann ein Haus in der Monte-Piano-Straße. Da half Gabriele schon fleißig mit. „Manche Kunden kamen täglich, um ihre Zeitung oder Zigaretten zu holen. Blieben sie aus, dann hat man daheim angerufen.“

So war das damals. Heute huschen die meisten Kunden rein und rasch wieder raus. Viele nehmen die Trafikantin gar nicht richtig wahr. Einige schon. Mit ihnen hat Gabriele Huber-Hruschka am Samstag ihren Abschied in die Pension gefeiert. 

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