Traurige Jahresbilanz

Über 400 Hasen fielen dem Straßenverkehr zu Opfer

Kärnten
30.03.2026 14:00

Tausende Wildtiere sterben jedes Jahr auf Kärntens Straßen. Auch Meister Lampe ist nicht sicher – im Vorjahr starben wieder über 400 Hasen durch Unfälle. Experten fordern daher ein Umdenken bei der Mobilität.

Dass es im Straßenverkehr immer wieder zu Unfällen mit Wildtieren kommt, ist zwar bekannt, das Ausmaß erschreckt dann doch. Insgesamt starben auf Kärntens Straßen im Vorjahr über 3600 Tiere, davon 439 Hasen. „Die Natur darf nicht noch mehr unter die Räder kommen“, fordert daher Klara Maria Schenk vom Verkehrsclub Österreich. 

Tote Wildtiere

Im Straßenverkehr (Jagdjahr 2024/2025). 

  • 2143 Rehe
  • 439 Hasen
  • 423 Füchse
  • 189 Dachse
  • 411 Sonstige

Die 11.800 Kilometer Straßen sind laut Naturschutzexperten der Grund für die hohen Zahlen. „Jede neue Straße reißt die Landschaft weiter auseinander: Lebensräume zerbrechen, Arten verschwinden – und der Verkehr wächst unaufhaltsam“, erklärt Simon Pories vom WWF Österreich. „Die Wissenschaft schlägt seit Jahren Alarm.“ Insgesamt kamen in den vergangenen fünf Jahren über 2400 Hasen unter die Räder.

Weniger Bodenverbrauch, mehr Öffis
Doch was sind die Handlungsmöglichkeiten? „Wenn wir den Öffentlichen Verkehr, den Radverkehr und Fahrgemeinschaften forcieren, verringert das den Straßenverkehr - zur Freude nicht nur der Tiere, sondern auch der Anrainerinnen und Anrainer“, regt Schenk an. Zusätzlich fordern Experten die Reduktion des hohen Bodenverbrauchs, der zusätzlich die Lebensräume der Wildtiere einschränkt.

Verkehr nicht die größte Gefahr
Für die flinken Feldhasen, die im Sprint zwischen 70 und 80 km/h erreichen, ist der Straßenverkehr zwar lebensgefährlich, aber nicht die größte menschliche Gefahr (abseits der Bejagung). „Jährlich sterben in Österreich rund 20.000 bis 30.000 Feldhasen direkt durch mechanische Bearbeitung von Wiesen und Feldern – davon über 80 Prozent Jungtiere“, warnt der Naturschutzbund Österreich und fordert, dass den Tieren auch außerhalb der Osterzeit mehr Beachtung geschenkt wird.

Denn die Feldhasen-Population ist seit Jahren rückläufig. „Hauptursache ist der Wandel in der Landwirtschaft: Große, strukturarme Felder, häufige Mahd sowie der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln reduzieren sowohl die Nahrungsvielfalt als auch geeignete Rückzugsräume“, erklärt die Organisation. „Feldhasen sind auf abwechslungsreiche Landschaften mit Feldrainen, Hecken und Brachen angewiesen, die heute vielerorts fehlen. Hinzu kommen weitere Gefahren wie der Straßenverkehr, Prädation sowie Störungen durch intensive Freizeitnutzung.“

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