23.06.2014 13:09 |

Finanzskandal

König Felipes Schwester soll angeklagt werden

Kurz nach dem Thronwechsel in Spanien wird die Monarchenfamilie womöglich von den Ermittlungen gegen König Felipes Schwester Cristina eingeholt. Diese müsse noch in dieser Woche mit einer Anklage rechnen, berichtete die Zeitung "El Mundo" am Montag. Grund ist der Korruptionsskandal um Cristinas Ehemann Inaki Urdangarin.

Nach Informationen der Zeitung will Ermittlungsrichter Jose Castro Cristina gemeinsam mit ihrem Mann auf die Anklagebank setzen - trotz ihrer Beteuerung, sie habe von nichts gewusst. Castro, der Cristina Geldwäsche und Steuerbetrug zur Last legt, werde seine Entscheidung möglicherweise am Mittwoch bekannt geben, hieß es in Madrid.

Stiftungsgelder sollen veruntreut worden sein
Der frühere Handballer Urdangarin soll über eine gemeinnützige Stiftung öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Sollte es tatsächlich zu einer Anklage Cristinas kommen, wäre das ein einmaliger Vorgang in der Geschichte Spaniens. Noch nie standen Verwandte des spanischen Königs vor einem Richter.

Der Skandal trug unter anderem dazu bei, dass die Popularitätswerte der königlichen Familie in den Keller sanken. Nachdem sein Vater Juan Carlos Mitte voriger Woche offiziell abgedankt hatte, versprach der neue König Felipe VI. bei seiner Vereidigung am Donnerstag mehr Bürgernähe und kündigte an, das Königshaus zu erneuern.

Juan Carlos: "Vor Gericht sind alle gleich"
Cristina ist das erste Mitglied der Königsfamilie, das jemals als Beschuldigter in einer Korruptionsaffäre vernommen wurde. An den Feierlichkeiten zum Thronwechsel waren sie und Urdangarin nicht beteiligt. Das Vorgehen der Justiz entspreche den üblichen demokratischen Gepflogenheiten, kommentierte "El Mundo". Immerhin habe der frühere König Juan Carlos selbst immer wieder versichert: "Vor Gericht sind alle gleich."

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