Zusätzlich zu Zoll

EU führt mit November Gebühr für Kleinpakete ein

Wirtschaft
27.03.2026 19:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Europäische Union (EU) führt eine neue Bearbeitungsgebühr für Kleinpakete aus Drittstaaten ein. Die neue Abgabe soll ab dem 1. November gelten und von den nationalen Behörden erhoben werden. Die Bearbeitungsgebühr kommt zusätzlich zu geplanten neuen Zollgebühren, wie am Donnerstag bekannt gegeben wurde.

Die genaue Höhe muss noch von der EU-Kommission festgelegt werden. Die EU will mit der Abgabe die steigenden Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem Onlinehandel decken, darunter die Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr. Bisher können Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro zollfrei in die Staatengemeinschaft eingeführt werden. Ab Juli 2026 wird für jedes Paket mit dieser Obergrenze eine Zollgebühr in der Höhe von drei Euro fällig.

Die Maßnahme soll vorübergehend gelten und 2028 von einer neuen digitalen Plattform zur Abwicklung und Kontrolle von importierten Waren abgelöst werden. Damit sollen dann alle Produkte ab dem ersten Euro zollpflichtig sein. Das Abschaffen der Freigrenze soll sicherstellen, dass alle Händlerinnen und Händler, unabhängig von ihrem Standort, die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben.

Betroffen von der Bearbeitungsgebühr werden Onlinehändler wie Temu und Shein sein.
Betroffen von der Bearbeitungsgebühr werden Onlinehändler wie Temu und Shein sein.(Bild: AFP/JUSTIN SULLIVAN)

Auswirkungen noch unklar
Ob günstige Produkte durch die neuen Abgaben für Konsumentinnen und Konsumenten teurer werden, ist derzeit noch unklar. Theoretisch ist auch möglich, dass die Produzenten oder Importeure die Mehrkosten übernehmen. Die neuen Regeln werden vor allem Onlinehändler wie Shein, Temu, AliExpress oder Amazon treffen. Dieser hat in den vergangenen Jahren zu einem exponentiellen Anstieg bei den Lieferungen kleiner Pakete geführt. Laut EU-Kommission kamen 2024 täglich ungefähr zwölf Millionen Pakete in der EU an, das ist deutlich mehr als in den beiden Vorjahren.

Der Modekonzern Shein in Singapur und der Online-Marktplatz Temu aus China sind wegen mangelnder Kontrollen, der Produktqualität und der Wettbewerbsbedingungen international umstritten. „Wenn alle Anbieter nach denselben Regeln spielen, profitieren Konsumentinnen und Konsumenten ebenso wie der Wirtschaftsstandort Österreich“, ist Wirtschaftskammer-Handelsobmann Rainer Trefelik überzeugt. Auch vom Handelsverband und mehreren EU-Abgeordneten kam am Freitag Zustimmung.

Greenpeace skeptisch
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace gab zu bedenken, dass die Maßnahmen nichts daran ändern würden, dass Plattformen wie Temu und Shein „gefährliche und teils verbotene Produkte“ auf den europäischen Markt brächten. Die Onlinehändler müssten in diesen Fällen gestraft oder komplett gesperrt werden. Derzeit würden sie nicht für die Produkte haften, die sie verkauften.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt