Jo Nesbøs Kult-Ermittler begeistert Leser bereits seit Jahrzehnten und löste den Nordic-Noir-Trend mit aus. Jetzt erst kommt die Verfilmung, die längst von anderen Produktionen überholt wurde.
Jeder, der Krimis liebt, hat vermutlich schon unzählige nordische Varianten davon gesehen, von „Die Brücke“ bis zum „Kastanienmann“. Düstere Szenerien und noch düsterere Ermittler sind das Erfolgsrezept des Genres Nordic Noir, das auch am Buchmarkt beliebt ist. Einer der größten Helden dieser ganzen Sparte ist der Polizist Harry Hole, von Bestsellerautor Jo Nesbø ins Leben gerufen. 13 Romane umfasst die Reihe, die 1997 startete.
Jetzt, sage und schreibe fast 30 Jahre später, läuft bei Netflix die neunteilige Serie „Jo Nesbøs Harry Hole“. Und bringt absolut nichts mit, was wir nicht aus anderen ähnlichen Produktionen schon kennen. In Zeiten, in denen findige Produzenten und Regisseure sich die Rechte an vielversprechenden neuen Romanen bereits sichern, wenn diese noch nicht einmal gedruckt sind, fragt man sich wirklich, warum diese Serie mindestens zehn Jahre zu spät startet.
Obwohl die Serie solide gemacht ist, wirkt sie wie vom Krimi-Fließband: Ein Serienkiller, der junge Frauen (wen sonst?) ermordet und bei ihnen rote Diamanten hinterlässt, ein Ermittler mit Alkoholproblemen (Tobias Santelmann) und der schlimme Verdacht, dass die Bösen in den eigenen Kreisen zu finden sein könnten (Joel Kinnaman spielt Holes Antagonisten). Drei Zutaten, die vielleicht bei Erscheinen der Buchvorlage „Das fünfte Zeichen“ im Jahr 2006 noch nicht ausgelutscht waren. Doch wenn man schon eine in die Jahre gekommene Geschichte verfilmt, braucht es mehr als ein kleines inhaltliches Update.
Fans der berühmten Buchreihe werden bestimmt trotzdem einschalten, doch eine echte Krimi-Ikone wie Harry Hole hätte etwas Besseres verdient.
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