Besuch in Kalabrien

Franziskus exkommuniziert ‘Ndrangheta-Mafiosi

Ausland
22.06.2014 13:09
Papst Franziskus hat am Samstag in der kalabrischen Stadt Sibari eine Messe vor 250.000 Gläubigen zelebriert. Unter strahlender Sonne und bei Temperaturen um die 40 Grad warnte der Pontifex vor der "Vergötterung" des Geldes und rief die Mafiosi zur Abwendung vom Bösen auf. In der Hochburg des brutalen 'Ndrangheta-Klans schreckte er nicht davor zurück, die Mafia-Angehörigen zu exkommunizieren.

Kalabrien, eine von der 'Ndrangheta schwer belastete Region, kenne die bitteren Folgen der Vergötterung des Geldes. "Die 'Ndrangheta bedeutet Vergötterung des Bösen und Ablehnung des gemeinsamen Wohls. Dieses Übel muss bekämpft werden", sagte Franziskus in seiner Predigt. "Wer nicht auf dem Weg des Guten ist, wie die Mafiosi, ist nicht im Einklang mit Gott, sie sind exkommuniziert", sagte der Heilige Vater. Franziskus hat die kriminellen Machenschaften der Mafia bereits mehrfach öffentlich angeprangert.

Aufmunterung an arbeitslose Jugend
Die von schwerer Arbeitslosigkeit geplagte Jugend in Süditalien rief der Papst auf, die Hoffnung nicht zu verlieren. "Die Jugend muss dem Bösen, den Ungerechtigkeiten und der Gewalt mit der Kraft des Guten, der Wahrhaftigkeit und des Schönen widerstehen", so der Heilige Vater.

Es war der erste Besuch des Papstes in Kalabrien, einer der ärmsten italienischen Regionen. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Gespräch mit rund 200 Häftlingen im Gefängnis von Castrovillari. Dabei drängte der Papst auf größere Anstrengungen zur Resozialisierung von Straftätern. Es reiche nicht aus, menschenwürdige Haftbedingungen in den Gefängnissen sicherzustellen, sagte der Papst vor Häftlingen und Wachpersonal.

Besuch bei Angehörigen von dreijährigem Mafia-Opfer
Bei seiner eintägigen Reise traf der Papst auch die Angehörigen eines von der Mafia ermordeten Dreijährigen. "Nie wieder Mafia-Opfer", sagte Franziskus im Gespräch mit dem Vater und den beiden Großmüttern des dreijährigen Nicola Campolongo, der im Jänner getötet worden war. Der Leichnam des kleinen Nicolo war in Cassano allo Jonio zusammen mit den Leichen seines Großvaters und dessen Lebensgefährtin in einem ausgebrannten Autowrack gefunden worden. Die Ermittler vermuten einen Racheakt eines rivalisierenden Mafia-Klans hinter der Tat.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
22.06.2014 13:09
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung