Eltern sitzen in Haft

Drama um Kind: Arzt warnt vor voreiligen Schlüssen

Tirol
16.05.2026 06:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Verwahrlost und massiv abgemagert war jene Siebenjährige, deren Eltern wegen des Verdachts der Vernachlässigung in Untersuchungshaft genommen wurden. Die „Krone“ sprach mit einem Mediziner über mögliche Ursachen einer Unterernährung. Der Arzt spricht dabei auch eine Warnung aus.   

Viele Fragen tun sich nach Bekanntwerden eines schweren Verdachts gegen Eltern aus dem Tiroler Oberland auf. Ihre siebenjährige Tochter wurde Ende April laut Polizei „in einem augenscheinlich verwahrlosten und lebensbedrohlichen Gesundheitszustand“ ins Spital gebracht.  

Wie berichtet, besteht der Verdacht, dass die Eltern ihr Kind über einen längeren Zeitraum grob vernachlässigt haben und es nicht rechtzeitig medizinisch versorgen ließen. Das Mädchen war bei der Einlieferung in die Klinik massiv abgemagert, wie die Staatsanwaltschaft erläuterte. Die Siebenjährige leide zudem an einer schwer zu behandelnden Hauterkrankung.

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Das ist für Familien eine ganz schwierige Situation. Nicht immer gibt es ein Patentrezept.

Daniel Weghuber, Primar Kinderklinik Salzburg

Mangelernährung durch Erkrankung möglich
Den konkreten Fall kennt Primar Daniel Weghuber, Leiter der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Salzburg, aus den Medien. Der Mediziner warnt davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Abgesehen von Essstörungen seien Unter- und Mangelernährung in Österreich zwar grundsätzlich kein Thema, „bestimmte Erkrankungen können jedoch zu einer Mangelernährung führen, weil der Kalorienbedarf erhöht und die Nährstoffaufnahme erschwert sein können“, führt der Kinderarzt im „Krone“-Gespräch aus.

Welche Rolle die Hauterkrankung des Mädchens gespielt hat, lasse sich aus der Entfernung nicht abschätzen, betont der Primar aus Salzburg. Hier seien Gutachten abzuwarten. Weghuber hat in seiner Klinik aber immer wieder mit Eltern zu tun, die bei der Ernährung eines chronisch kranken Kindes vor enormen Herausforderungen stehen. „Das ist für Familien eine ganz schwierige Situation. Nicht immer gibt es ein Patentrezept.“

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