Kann teuer werden...

Salzburger Festspiele werden zum Fall für Anwälte

Salzburg
21.03.2026 05:00

Intendant Markus Hinterhäuser will sich nun doch auf Gespräche über seine Zukunft einlassen. Wie diese ausgehen, ist allerdings noch offen. Nun dürfte über Zeitpunkt und Kosten des Abgangs diskutiert werden. 

Das Aus von Markus Hinterhäuser als Intendant der Salzburger Festspiele ist fix. Die Frage ist nur, wie teuer es wird. Der 67-Jährige hat seine Anwälte eingeschaltet. Er will mindestens bis zur vertraglichen Ausstiegsfrist 2029 die künstlerische Spitze des Festivals bleiben. Das Kuratorium rund um Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) sieht das anders. Nun wird verhandelt. Wie die Gespräche ausgehen, soll spätestens im April klar sein. Für die Posten der Intendanz und auch der Festspielpräsidentin werden jedenfalls Ausschreibungen vorbereitet.

Kuratoriumsmitglieder am Freitag: Edtstadler, Auinger, Niedermüller (v.l.)
Kuratoriumsmitglieder am Freitag: Edtstadler, Auinger, Niedermüller (v.l.)(Bild: Andreas Tröster)

Vorangegangen waren dem Zwist mehrere Unstimmigkeiten zwischen dem Kuratorium und Hinterhäuser. „Wohlverhalten“ des Intendanten ist Streitpunkt Zum einen, weil der Intendant die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann favorisiert hat, obwohl diese nicht am vom Kuratorium ausdrücklich verlangten Ausschreibungsverfahren teilgenommen hatte. Zum anderen war Markus Hinterhäusers rauer Umgangston mit (ehemaligen) Mitarbeitern bemängelt worden.

Ein weiterer großer Punkt in der Kuratoriumssitzung am Freitag war das aktuelle Bauvorhaben. Als nächster großer Schritt steht der Hohlraumbau für die Werkstätten im Mönchsberg an. Dieser findet wie vorgesehen ab Herbst statt und wird nicht, wie kurzzeitig diskutiert, redimensioniert.

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Grundsätzlich gilt es, für die Dauer der Baustelle eine Ersatzspielstätte zu finden. Etwa eine Halle. Die Idee ist, diese dann stehenzulassen.

Bernhard Auinger, Bürgermeister Salzburg-Stadt und Kuratoriumsmitglied

Präsidentin Kristina Hammer hielt sich gestern im Hintergrund. Auch ihr Posten wird demnächst ...
Präsidentin Kristina Hammer hielt sich gestern im Hintergrund. Auch ihr Posten wird demnächst ausgeschrieben.(Bild: Andreas Tröster)
Das heurige Programm hat Markus Hinterhäuser noch gestaltet – mit einem Titelbild von Andy ...
Das heurige Programm hat Markus Hinterhäuser noch gestaltet – mit einem Titelbild von Andy Warhol „Hand, die eine Stoppuhr hält“. Auch die Zeit des Intendanten ist nun abgelaufen.(Bild: Andreas Tröster)
Die Sanierung der Festspielhäuser läuft weiter wie geplant
Die Sanierung der Festspielhäuser läuft weiter wie geplant(Bild: Markus Tschepp)

Die Sanierung des großen Festspielhauses wird in den Herbst 2028 verschoben. Ersatz-Spielstätte muss schnellstmöglich fix seinIm Sommer 2029 und 2030 – dem Jahr, in dem die Festspiele eigentlich mit der umfangreichen Sanierung fertig hätten sein sollen – ist das Große Festspielhaus für den Betrieb geschlossen.

Nun beginnt die intensive Suche nach einer passenden Ersatz-Spielstätte. Das Festspieldirektorium muss diese nun möglichst zeitnah fixieren.

Nicht gesprochen wurde in der gestrigen Kuratoriumssitzung über einen neuen Schauspielchef. Dieser Posten ist also nach wie vor nicht besetzt.

Wie es jetzt weiter geht
Die größten Baustellen der Salzburger Festspiele
  • Der Intendant Markus Hinterhäuser hat sich nun über seine Anwälte mit dem Kuratorium in Gespräche begeben. Bis April soll eine Entscheidung fallen, wie es mit der beruflichen Zukunft des 67-Jährigen weitergeht. Sein derzeitiger Vertrag läuft im Herbst 2026 aus. Hinterhäuser beharrt aber dem Vernehmen nach auf eine ihm zugesicherte Verlängerung bis 2031.
  • Einen Schauspielchef haben die Festspiele nach wie vor nicht. Für diesen Punkt war auf der Agenda der gestrigen Kuratoriumssitzung schlichtweg kein Platz mehr. Seit Ende 2024 ist der Posten nicht mehr besetzt. Damals hatten die Festspiele der Schauspielchefin Marina Davydova nach einer nicht genehmigten Tätigkeit für ein anderes Theaterfestival fristlos gekündigt.
  • Auch die Präsidentin wird neu ausgeschrieben. Ob sich die amtierende Kristina Hammer noch einmal bewirbt, ist derzeit nicht bekannt. Ihr Vertrag läuft noch heuer regulär aus. Auch der Vertrag des kaufmännischen Direktors, Lukas Crepaz, läuft Anfang nächsten Jahres aus. Theoretisch könnte er zu einem kompletten Austausch der Festspiel-Spitze kommen.
  • Die Sanierung der Festspielhäuser läuft umfangsmäßig so weiter wie geplant. Eine Redimensionierung, die kurzzeitig im Raum stand, ist vom Tisch. Im September beginnt der Hohlraumbau für Werkstätten im Mönchsberg. Zeitlich um ein Jahr nach hinten rutscht der Umbau des Großen Festspielhauses. Dieses wird in den Sommern 2029 und 2030 geschlossen.
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