„Krone“-Vereinsserie

Rekordmeister hat nur noch Platz für Siegerpokale

Der EV Gries prägte die „Krone“-Liga in den vergangenen Jahrzehnten wie kaum ein anderer Verein. 20 Titel konnte der Pinzgauer Klub feiern. Die Mannschaft vom ersten und bislang letzten Titel hat sich kaum verändert. In Zukunft könnte es aber schwierig werden . . .

Wer an die „Krone“-Liga denkt, hat im nächsten Moment sofort den EV Gries im Kopf. Der Klub ist aus der Landesmeisterschaft der Pinzgauer Spielart als Rekordmeister (20 Titel) nicht wegzudenken und in 40 Jahren noch nie abgestiegen. Sonntag startet die neue Saison. Das Ziel heißt natürlich Meistertitel Nummer 21. Für diesen Pokal müsste im Vereinsheim aber erst Platz gemacht werden. „Wir haben nur noch erste Plätze, für alle anderen Pokale haben wir keinen Platz mehr“, lacht Schriftführer Martin Leitner. Er zählt – wie Obmann Hans Gruber (seit 30 Jahren in diesem Amt) – zu den Urgesteinen im Verein.

Gruber half sogar beim Bau des Vereinsheims im Jahr 1979 tatkräftig mit. Damals hat man für den Bau 200.000 Schilling bezahlt. „Nach einem halben Jahr oder Jahr waren wir schuldenfrei“, erzählt der 71-Jährige. Denn sein Obmann-Vorgänger, Josef Katsch, hat Bergkristallsteine in verschiedenen Größen kreiert. „Ich bin Briefträger gewesen, da habe ich einen Haufen verkauft“, lacht Gruber.

Vom ersten Meistertitel 1987 sind heute noch sieben Schützen dabei.
Vom ersten Meistertitel 1987 sind heute noch sieben Schützen dabei.(Bild: Andreas Tröster)
Martin Leitner.
Martin Leitner.(Bild: Andreas Tröster)
Der Stocksport ist aus Gries nicht wegzudenken.
Der Stocksport ist aus Gries nicht wegzudenken.(Bild: Andreas Tröster)
Die Bahn in Gries wurde 1979 gebaut.
Die Bahn in Gries wurde 1979 gebaut.(Bild: Andreas Tröster)
Der Bau kostete damals 200.000 Schilling.
Der Bau kostete damals 200.000 Schilling.(Bild: Andreas Tröster)
Obmann Hans Gruber half beim Bau 1979 tatkräftig mit.
Obmann Hans Gruber half beim Bau 1979 tatkräftig mit.(Bild: Andreas Tröster)

Wenn sich der Pinzgauer an die früheren Zeiten erinnert, merkt er, wie sich die Prioritäten verschoben haben. Heute wäre der Verein, bei dem noch immer sieben der neun Schützen des Premierentitels 1987 dabei sind, froh über Nachwuchs. „Als ich noch jung war haben sie gesagt: Ihr braucht nicht mitschießen.“

Der fehlende Nachwuchs könnte in den kommenden Jahren dem Verein das Genick brechen. „Das Angebot ist einfach so groß“, seufzt Kassier Wolfgang Fischer, dessen Sohn Patrick (mit 209 Punkten Weltrekordhalter im Zielschießen) zu den Zukunftshoffnungen im Verein gehört.

Neben der „Krone“-Liga nehmen die Grieser an vielen Turnieren teil. Jedes einzelne wird in der vereinseigenen Chronik dokumentiert. Durch den hohen Aufwand, die die Schützen für den Stocksport betreiben, bleibt kaum Zeit für Anderes. „Ich habe einmal 36 Samstage oder Sonntage in einem Jahr gespielt. Da brauchst du eine gute Frau“, lacht Gruber.

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