Med-Uni Innsbruck

Unglaubliche 538.000 Euro kann ein Student kosten

Tirol
25.03.2026 18:00

Gewaltige Summen bringt die Republik für die universitäre Ausbildung in Innsbruck auf. Zahlen dazu wurden nun im Tiroler Landtag diskutiert. Hintergrund ist die hohe Zahl internationaler Studenten.  

Insgesamt 27.500 Studierende zählt die Universität Innsbruck. Über die Jahre ist der Anteil der Österreicher immer weiter geschrumpft und liegt nun bei nicht einmal 50 Prozent. Dass sich der Trend fortsetzt, zeigte sich im Sommersemester: Waren zuvor noch 39 Prozent aus Österreich, so sind es mit Stand Mitte März 29 Prozent.

Volkswirtschaftlich nicht im Interesse Österreichs 
Eines der überrannten Fächer ist die Psychologie. Hier beträgt der Anteil deutscher Studenten 63 Prozent – trotz Einführung von Aufnahmetests. „Langfristig müssen wir über neue Reglementarien nachdenken, denn volkswirtschaftlich kann diese Entwicklung nicht im Interesse Österreichs sein“, sagte Fritz-LA Andrea Haselwanter-Schneider am Mittwoch im Landtag: „Immerhin koste ein Studienplatz auf der Psychologie zwischen 10.000 und 14.000 Euro im Jahr. Das sind für einen Bachelor zwischen 30.000 und 40.000 Euro pro Absolvent“, rechnete Haselwanter-Schneider vor.

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Ich würde es nicht für unverschämt halten, wenn ausländische Studierende verpflichtet werden, eine Zeit lang bei uns zu arbeiten. 

FP-LA Patrick Haslwanter

Spitzenplatz für Med-Uni Wien
Weiteres interessantes Zahlenmaterial lieferte FP-LA Patrick Haslwanter: Demnach betrugen die durchschnittlichen Bundesausgaben von 2022 bis 2024 an der Uni Innsbruck je Student im Mittel 11.282 Euro und je Absolvent 71.185 Euro. An der medizinischen Universität Innsbruck steigen diese Kosten auf 68.667 Euro und je Absolvent auf 538.012 Euro. Zum Vergleich: An der Medizin-Uni Wien sind es 749.000 Euro, in Graz 703.400 Euro.

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Eine der sinnvollsten Maßnahmen ist die Quote. Wir fordern eine solche für alle Gesundheitsberufe. Also auch für die Psychologie und wieder für die Zahnmedizin.

LA Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz)

Hohe Zahl an offenen Stellen
Haslwanter ortete ein massives Problem nicht nur mit der Quote für einheimische Studierende, sondern auch damit, Menschen nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss in Land zu behalten. „2024 haben in Summe 1783 Personen ihr Medizinstudium in Österreich erfolgreich abgeschlossen, 469 davon in Innsbruck. Gleichzeitig verzeichnen wir rund 300 offene Kassenarztstellen in ganz Österreich.“ Absolventen sollten verpflichtet werden, „eine Zeit lang“ im öffentlichen Gesundheitssystem zu arbeiten.

Thema bei LH-Konferenz
„Ich nehme das Thema sehr ernst. EU-rechtlich ist es aber derzeit so geregelt, dass nur für den Bereich Humanmedizin Quoten möglich sind“, stellte LH Anton Mattle fest. Er kündigte an, die Landeshauptleute-Konferenz mit dem Thema befassen zu wollen. Wichtig sei nicht nur, dass Tiroler einen Studienplatz erhalten, sondern auch, „dass internationale Studierenden im Anschluss auch in Tirol bleiben, einen Arbeitsplatz annehmen und zur Wertschöpfung im Land beitragen“.

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