Orkanartige Winde und bis zu einem dreiviertel Meter Neuschnee bis Freitag: Diese Zutaten lassen die Lawinengefahr in Tirol jetzt dramatisch ansteigen – auf Stufe 4, große Gefahr! Abseits gesicherter Pisten ist erhöhte Vorsicht und Zurückhaltung gefragt.
Schon 16 Tote durch Lawinenunfälle gab es bisher im Winter 2025/2026 – das bedeutet Negativrekord. Das bislang letzte tödliche Unglück ereignete sich am 8. März, seither war es erfreulicherweise eher ruhig in Sachen Lawinenabgängen. Doch das könnte sich jetzt schlagartig ändern, denn es sind starke Niederschläge in höheren Lagen angesagt.
Die bis Mittwoch mäßige Lawinengefahr – Stufe 2 – gehört damit schlagartig der Vergangenheit an.
Flächendeckend bis zu 60 Zentimeter Neuschnee
„Flächendeckend erwarten wir in Nordtirol bis Freitagvormittag in höheren Lagen zwischen 40 und 60 Zentimeter Neuschnee“, sagt Christoph Mitterer, Prognostiker beim Tiroler Lawinenwarndienst im Gespräch mit der „Krone“. In einigen Regionen – in den Tuxer und Zillertaler Alpen sowie in den Hohen Tauern – hält er sogar einen dreiviertel Meter für möglich. Südlich von Matrei in Osttirol fallen die Mengen mit 20 bis 30 Zentimetern geringer aus.
Ich rate zu Zurückhaltung, die Sportler sollten steile, große Hänge meiden und stattdessen in flacherem Gelände bleiben.

Christoph Mitterer, Prognostiker Lawinenwarndienst Tirol
Bild: Lawinenwarndienst Tirol
Frischer Triebschnee lauert im ganzen Land
„Brutale Winde begleiten die Niederschläge“, schildert der Experte. Diese „Zutat“ wirkt sich wie Gift auf die Lawinenlage aus. Kein Wunder: Gilt doch der Wind als Baumeister der Lawinen. Frischer Triebschnee wird die Lawinengefahr daher rasant steigen lassen.
Triebschnee- und Altschneeproblem
„In den Zillertalern, Tuxern und in den Hohen Tauern wird die Lawinengefahr am Donnerstag groß sein – Stufe vier“, kündigt Mitterer an. Hier kommt zum Triebschnee- noch das Altschneeproblem, das in diesem Winter schon einigen Wintersportlern zum tödlichen Verhängnis wurde.
In den übrigen Landesteilen gibt es am Donnerstag erhebliche Lawinengefahr – Stufe 3! Es handelt sich um einen „scharfen“ Dreier im oberen Bereich in Richtung Stufe 4. Auch spontane Lawinen sind zu erwarten.
Große Sorge vor dem Wochenende
Sorgenvoll blickt der Experte vor allem auf das Wochenende. Denn nach etwas Wetterberuhigung am Freitag ist am Samstag in Tirol schönes Wetter vorhergesagt. Blauer Himmel dürfte viele Wintersportler ins Gelände locken – ausgerechnet einen Tag nach extremem Neuschneezuwachs. Erfahrungsgemäß passieren an solchen Tagen besonders viele Lawinenunglücke.

„Ich rate dringend zu Zurückhaltung, die Sportler sollten steile, große Hänge meiden und in flacherem Gelände bleiben“, betont Mitterer.
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