Naturhistorisches

Ewiges Funkeln: Der edle Strauß der Kaiserin

Kultur
25.03.2026 07:00

Für kostbare Augenblicke trat eines der geheimnisvollsten Kunstwerke aus dem Schutz seiner Vitrine im Naturhistorischen Museum – der funkelnd blühende Schatz Maria Theresias.

Es war ein Moment, der selbst das ehrwürdige Naturhistorische in Wien innehalten ließ. Denn eines seiner kostbarsten Herzstücke wurde aus der schützenden und nunmehr umgebauten Vitrine gehoben. Ein leiser Eingriff, ein Funkeln für die Ewigkeit.150 Jahre nach der Gründung des Hauses erstrahlt das fragile Meisterwerk ab heute in neuem Glanz.

Behutsam begleitet von modernster Technik, präziser Luftfeuchtigkeitskontrolle und einem Licht, das die Jahrhunderte zu durchdringen scheint. „Wir holen den Edelsteinstrauß gewissermaßen aus dem Schatten – und lassen ihn so erstrahlen, wie er wohl seit seiner Entstehung nicht mehr gesehen wurde“, schildert Kuratorin Victoria Kohn.

Unschätzbar wertvoll: mit 61 Blüten und 12 Insekten ist der Strauß aus mehr als 2800 Edelsteinen ...
Unschätzbar wertvoll: mit 61 Blüten und 12 Insekten ist der Strauß aus mehr als 2800 Edelsteinen erschaffen..(Bild: NHM Wien)

Sie spricht mit spürbarer Ehrfurcht über das von ihr Gehütete: „Jeder einzelne Stein erzählt eine Geschichte – gemeinsam ergeben sie ein Werk, das Emotion und Juwelierskunst einzigartig verbindet.“ 61 Blüten, 12 Insekten – erschaffen aus mehr als 2800 Edelsteinen.

Diamantener „Honigtropfen“
In seinem Innersten eine kleine Zikade, filigran und fast lebendig, deren diamantener „Honigtropfen“ im Licht flackert wie ein Versprechen aus vergangener Zeit. Schon Johann Wolfgang von Goethe war von diesem Wunderwerk fasziniert, noch ehe es vollendet war.

Kuratorin Victoria Kohn mit dem Aquarell & dem prachtvollen Werk des Juweliers Michael Grosser.
Kuratorin Victoria Kohn mit dem Aquarell & dem prachtvollen Werk des Juweliers Michael Grosser.(Bild: Martin A. Jöchl)

Um 1760 in Wien gefertigt, geht es zurück auf die Leidenschaft Maria Theresias, die mit diesem Namenstagsgeschenk an ihren Gemahl Franz I. Stephan nicht nur Liebe bewies, sondern auch den Grundstein für eine der bedeutendsten Sammlungen Europas legte.

Wenn der Edelsteinstrauß, der unversehrt die Wirren der Zeit überstand, nun für einen Tag seinen Platz verließ, war das ein Innehalten zwischen Vergangenheit und Gegenwart – ein Flüstern aus einer Zeit, in der Funkelndes Geschichten erzählen konnte.

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