Aktuelle Zahlen aus Wien belegen die prekäre Lage von alleinerziehenden Frauen: Nicht nur ist ihr Anteil an Ein-Eltern-Familien im Vergleich zu alleinerziehenden Männern weiterhin überragend hoch: Sie leben auch in weit größerer Gefahr, in die Armut abzurutschen.
Rund 77.000 Ein-Eltern-Haushalte gibt es in Wien. Das ist jeder sechste in der Stadt, Single-Haushalte ohne Kinder sogar mitgezählt. 15 Prozent der Wiener Alleinerziehenden sind Väter, 85 Prozent Mütter. Doch nicht nur die Last der familiären Verpflichtungen ruht damit weiterhin überproportional auf Frauen, sie verlieren auch leichter den Anschluss an den Arbeitsmarkt.
Krieg und Covid als Einflussfaktoren
Der Anteil von Alleinerziehern an allen Haushalten mit Kindern schwankte während der letzten Jahre auffallend. Ein Faktor waren Fluchtwellen durch die Kriege in Syrien und der Ukraine, die viele Mütter mit Kindern nach Wien brachten. Einfluss hatte auch die Covid-Pandemie: Währenddessen kam es zu weniger Trennungen von Elternpaaren, danach zu umso mehr. Zuletzt war der Anteil von Ein-Eltern-Familien in Wien wie auch dem Rest des Landes wieder leicht rückläufig.
Die Armutsgefährdung von Alleinerziehenden in Wien hat zuletzt wohl auch als Folge von Änderungen bei Sozialleistungen, etwa im Hinblick auf die Miete, leicht abgenommen, ist aber immer noch hoch: Exakt 9402 Alleinerziehende in der Stadt würden derzeit ohne Mindestsicherung nicht über die Runden kommen – auch und gerade arbeitende Frauen mit österreichischem Pass (siehe Grafik oben).
Die Geschlechterschere geht beim Armutsrisiko von Alleinerziehenden noch weiter auf als ohnehin beim Verhältnis von Vätern und Müttern an den Ein-Eltern-Haushalten: 3,7 Prozent aller alleinerziehenden Männer in Wien beziehen Mindestsicherung, aber 13,7 Prozent aller alleinerziehenden Frauen. 46 Prozent aller Alleinerziehenden in Wien sind laut Statistik Austria von Armut und Ausgrenzung bedroht. Tatsächlich in Armut lebt rund ein Zwölftel, Tendenz jedoch steigend.
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