OeNB senkt Prognose

Iran-Krieg trübt Aussicht für heimische Wirtschaft

Wirtschaft
24.03.2026 11:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Iran-Krieg und die damit steigenden Energie-Rohstoffpreise trüben die Aussichten für das heimische Wirtschaftswachstum. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Prognose für das laufende Jahr gesenkt: Sie erwartet jetzt nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.

Vor Weihnachten lag die Prognose für 2026 noch bei 0,8 Prozent (siehe Grafik unten). Auch die Inflation dürfte heuer höher ausfallen als ursprünglich gedacht: Die Inflationsprognose der OeNB lautet nun auf 2,7 Prozent, davor waren es 2,4 Prozent.

„Nicht in Panik verfallen“
Zum Vergleich: Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) rechneten bei ihrer Prognose im Dezember 2025 noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 bzw. 1,0 Prozent für 2025. Die neuen Erwartungen werden Wifo und IHS am 10. April bekannt geben. Der Krieg und seine Auswirkungen seien sehr ernst, sagte OeNB-Gouverneur Martin Kocher am Dienstag zum Iran-Krieg. „Gleichzeitig ist es aber nicht angebracht, in Panik zu verfallen.“ 

Das Balkendiagramm zeigt die Prognose für Wirtschaftswachstum und Inflation in Österreich von 2026 bis 2028. Das Wirtschaftswachstum wird für März 2026 niedriger eingeschätzt als im Dezember 2025, mit Werten von 0,5 % für 2026 und 1,0 % für 2027. Für 2028 bleibt das Wachstum stabil bei etwa 1,0 bis 1,1 %. Die Inflation wird für März 2026 höher erwartet als im Dezember 2025, mit 2,7 % für 2026 und 2,3 % für 2027. Für 2028 bleibt die Inflationserwartung bei 2,1 %. Quelle: OeNB.

Nur temporärer Dämpfer
Die positive Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn – vor Ausbruch des Krieges – sollte aber nur temporär gedämpft werden, erklärte die OeNB am Dienstag. Dies liege an den Energie-Rohstoffpreisen, die nach dem Start des Krieges zwar stark gestiegen seien, aber bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder sinken sollten. Für die kommenden zwei Jahre rechnet die OeNB daher wieder mit einem stärkeren Wachstum. Für 2027 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,0 Prozent erwartet, für 2028 sind es plus 1,1 Prozent.

Inflationsprognose steigt auf 2,7 Prozent
Ebenfalls beeinflusst von den globalen Rohstoffpreisen wird die Inflationserwartung der OeNB. Die Notenbank rechnet damit, dass die Teuerung (HVPI) bis Mai auf über 3,0 Prozent steigt und dann bis Jahresende wieder auf rund 2,5 Prozent zurückkommt. Im Jahresschnitt wird damit eine Inflationsrate von 2,7 Prozent erwartet. Für die beiden Folgejahre wird wieder ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,3 (2027) und 2,1 (2028) Prozent prognostiziert. Wegen der hohen Unsicherheit rund um den Iran-Krieg gebe es allerdings erhebliche Aufwärtsrisiken für die Erwartungen.

Hohe Unsicherheit
Generell seien die Prognosen wegen des Krieges mit hoher Unsicherheit behaftet. „Die weitere Entwicklung des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und seine Auswirkungen auf die Energiepreise, die Finanzmärkte und das Vertrauen der Wirtschaftsakteure sind aktuell höchst unsicher“, sagte OeNB-Gouverneur Kocher.

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