Todesfahrt auf See

Waldviertler Firma an Horror-Transport beteiligt

Tierecke
24.03.2026 11:33
Porträt von Tierecke
Von Tierecke

Mehr als zwei Monate lang waren fast 3000 Rinder auf einem Schiff eingesperrt, zwischen Kot, Schlamm und Kadavern. Zahlreiche Kühe brachten unter diesen dramatischen Bedingungen ihre Kälber zur Welt, viele Tiere starben. Nun steht ein Unternehmen aus dem Waldviertel (Niederösterreich) massiv unter Druck: Türkische Importeure und Tierschützer erheben schwere Vorwürfe.

Auf dem 53 Jahre alten Frachter „Spiridon II“ begann im Herbst 2025 eine Reise, die für Hunderte Tiere tödlich endete. Fast 3000 Rinder wurden von Uruguay in die Türkei verschifft. Einem ORF-Bericht zufolge wurde das von einem österreichischen Unternehmen organisiert. 

Die Waldviertler Firma soll den „Tod der Tiere bewusst in Kauf genommen haben“, wie die deutsche Organisation Animal Welfare Foundation mitteilte. Die „ZiB 2“ berichtete über die Causa, das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe. 

Die „Spiridon II“ verschifft Rinder durch alle Weltmeere.
Die „Spiridon II“ verschifft Rinder durch alle Weltmeere.(Bild: Animal Welfare Foundation)

Nach der Ankunft in der Türkei durften die Tiere wegen fehlender Genehmigungen das Schiff nicht verlassen und wurden schließlich nach insgesamt über zwei Monaten auf dem Schiff in Libyen entladen. Als Grund für die verweigerte Einfuhr in die Türkei gilt, dass rund 500 Tiere auf dem Schiff nicht für den Import zugelassen waren.

Importeure sehen Viehhändler in der Verantwortung
Die Importeure in der Türkei sehen nun den Viehhändler aus dem Waldviertel in der Verantwortung für die Ereignisse. Dieser soll den folgenreichen Transport organisiert haben. Die Rinder sollen zudem verladen worden sein, obwohl dem Unternehmen bewusst gewesen sei, dass die Einfuhr verweigert werden könnte. Seitens der Importeure wurden auch rechtliche Schritte eingeleitet, es soll um zwei Millionen Dollar (1,72 Millionen Euro) gehen. Eine Zivilklage wurde in Österreich eingereicht.

Vom Unternehmen wurden die Vorwürfe indes zurückgewiesen. „Tatsächlich hat es aus Gründen, die nicht von uns zu vertreten sind, Verzögerungen gegeben. Dies wurde jeweils mit den Käufern besprochen und der geänderte Zeitplan von den Käufern genehmigt“, hieß es in einer der „ZiB 2“ übermittelten Stellungnahme.

Die Bilder zeigen die schockierende Realität auf diesen Schiffstransporten.
Die Bilder zeigen die schockierende Realität auf diesen Schiffstransporten.(Bild: Animal Welfare Foundation)

Harte Kritik kommt auch von den Tierschützern von Vier Pfoten. Kampagnenleiterin Veronika Weißenböck lässt wissen: „Die Bilder, die wir in der ,ZiB 2‘ gesehen haben, sind einfach nur erschütternd. Wie wir alle wissen, handelt es sich dabei um keinen Einzelfall. Auf Schiffstransporten kommt es regelmäßig zu schweren Missständen.“

Kaum noch erkennbar! Die Rinder liegen und sterben in ihren eigenen Ausscheidungen.
Kaum noch erkennbar! Die Rinder liegen und sterben in ihren eigenen Ausscheidungen.(Bild: Animal Welfare Foundation)

Und weiter: „Die Transporte dauern tage- bis wochenlang, es handelt sich meist um jahrzehntealte Fähren, oft vollkommen ungeeignet für die Transporte. Beim Be- und Entladen in den Häfen erleiden viele Tiere unfassbare Grausamkeiten – in Drittländern und in der EU. Dieser Wahnsinn muss endlich gestoppt werden! Wir fordern ein sofortiges Verbot von Tiertransporten in EU-Drittländer, sowohl auf dem See- als auch auf dem Landweg.“

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