Heikles Prüfergebnis

Eurothermen droht ein Ende der Erfolgsgeschichte

Oberösterreich
24.03.2026 11:40

Jahrelang waren sie eine Erfolgsgeschichte – doch zuletzt sind die Eurothermen etwas ins Straucheln geraten. Vor allem am Standort Bad Hall ist die finanzielle Lage laut Prüfern des Landesrechnungshofs alarmierend. Insgesamt brauche die im Landesbesitz befindliche Thermenholding eine strukturelle Neuausrichtung.

Gleich vorweg: In den Zeitraum, in dem der Oö. Landesrechnungshof (LRH) die Eurothermen prüfte – 2019 bis 2024 –, fiel die Corona-Pandemie. Dementsprechend waren Umsatzeinbußen nicht zu vermeiden. Allerdings: „Während sich an den Standorten Bad Schallerbach und Bad Ischl die finanzielle Lage wieder entspannte, ist die Situation in Bad Hall anhaltend schwierig“, urteilt der LRH in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Seit 2020 wurden dort nur Verluste verzeichnet, im letzten Prüfjahr 2024 lag er bei 1,2 Millionen Euro. 

„Weitere Anstrengungen“ in Bad Hall nötig
Zwar habe das dortige Management zwischenzeitlich Maßnahmen getroffen, die die Prüfer als „positiv“ beurteilen. Es bedürfe aus wirtschaftlicher Sicht aber „weiterer Anstrengungen, um die Umsätze und Ergebnisse nachhaltig zu verbessern“. „Bad Hall benötigt weiterhin besondere Aufmerksamkeit“, formuliert es LRH-Direktor Rudolf Hoscher.

LRH fordert neue Unternehmensstrategie
Handlungsbedarf gebe es laut dem Bericht aber nicht nur in Bad Hall. Generell halten die Prüfer eine Neufassung der Unternehmensstrategie der Eurothermen für notwendig. Die gesamte Eurothermen-Gruppe sollte „eine nachhaltig stabile Eigenkapitalbasis im Auge behalten und Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Ergebnisse ergreifen“, so die Empfehlung. Immerhin handle es sich um einen touristischen Leitbetrieb mit jährlich rund 1,3 Millionen Gästen. Vor allem die standortübergreifenden internen Verwaltungsaufgaben – etwa in den Bereichen IT, Rechnungswesen oder Personalverrechnung – müssten stärker standardisiert und organisatorisch gebündelt werden, empfiehlt der LRH.

Bisher letztes Konzept ist 16 Jahre alt
Zwar finde sich die Eurothermen-Gruppe in der 2023 aktualisierten Landestourismusstrategie wieder. Zu einzelnen strategischen Fragestellungen würden auch laufend Lösungen entwickelt. Der LRH kritisiert jedoch, „dass mit dem Grundsatzkonzept ,OÖ Thermenstrategie 2010‘ die letzte verschriftlichte Gesamtstrategie für die Gruppe vorliegt“.

Zudem stünden in den kommenden Jahren an den Eurothermen-Standorten größere Investitionen an – etwa in Energiesparmaßnahmen, im IT-Bereich, in Instandhaltungen und Attraktivierungen. Derartige Entscheidungen müssen laut LRH „auch künftig auf einer fundierten Basis nachvollziehbar getroffen werden“ – zumal „angesichts der strategischen Herausforderungen und der begrenzten Ertragskraft der Eurothermen-Gruppe“ auch künftig Gesellschafterzuschüsse vom Land OÖ nötig sein werden. Im Prüfungszeitraum 2019 bis 2024 flossen diesbezüglich rund 28 Millionen Euro.

Landesrat sieht „Erfolgsweg bestätigt“
Der für die Eurothermen politisch zuständige Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) sieht in der LRH-Prüfung „den Erfolgsweg der OÖ Thermenholding bestätigt“. Er verweist gegenüber der „Krone“ darauf, dass bereits 2024 „ein Prozess für die strategische Weiterentwicklung von jedem der drei Standorte aufgesetzt worden“ sei. Die vom LRH geforderte Verschriftlichung dieser Überlegung werde als Ergebnis dieses Prozesses erfolgen, kündigt Achleitner an. 

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