Deutsch Schützen

Insolvenz: Jetzt beginnt der Poker um „Ratschen“

Burgenland
24.03.2026 08:45

Nach der Insolvenz der Domaines Kilger läuft die Suche nach möglichen Investoren in Deutsch Schützen auf Hochtouren.

Es war nur mehr eine Frage der Zeit. Nach der Pleite der Domaines Kilger ist auch die Ratschens Restaurant & Wohnothek GmbH in Deutsch Schützen insolvent. Gleichzeitig hat der Poker um die Zukunft des Standorts begonnen. Dass es so weit kommen würde, hatte man in der Branche längst erwartet. Entsprechend groß ist die Sorge über die Folgen. „Für uns ist das eine Katastrophe, wenn ein Leitbetrieb von einem auf den anderen Tag schließt.“

Fortführung für Domaines Kilger ausgeschlossen
Die wirtschaftlichen Eckdaten zeigen die Dimension. Rund 80 Gläubiger sind betroffen. Passiva von 621.000 Euro stehen Aktiva von 312.000 Euro gegenüber. Eine Fortführung ist „mangels Bereitstellung finanzieller Mittel“ ausgeschlossen.

Der Masseverwalter verfolgt ein klares Ziel: Der Betrieb soll rasch verwertet werden. Der Zuschlag könnte bereits bis Ende Mai erfolgen. Drei Bestbieter werden in die engere Auswahl kommen. Erste Geschäftsleute haben bereits ihr Interesse bekundet. In der Branche wird ein realistischer Kaufpreis zwischen 2,5 und drei Millionen Euro gesehen. Für das Südburgenland geht es dabei um weit mehr als einen einzelnen Betrieb.

Schwerer Schlag für Region
Tourismus-Chef Didi Tunkel spricht von einem massiven Einschnitt. „Das Ende des Vorzeigebetriebes ist für uns ein schwerer Schlag, vor allem für die ganze Region, in der ein touristisches Aushängeschild unverzichtbar ist.“ Gleichzeitig zeigt er sich vorsichtig optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass sehr schnell ein neuer Eigentümer gefunden wird, damit wir im Idealfall diesen Sommer sowohl Ratschen als auch die Wohnothek wieder in vollen Zügen genießen können.“

Bilder aus guten Tagen: Investor Kilger, Ratschen-Gründer Josef Wiesler und Landeshauptmann ...
Bilder aus guten Tagen: Investor Kilger, Ratschen-Gründer Josef Wiesler und Landeshauptmann Doskozil.(Bild: Carina Fenz)

„Große Lücke“
Auch Gründer Josef Wiesler sieht die Tragweite. „Der Konkurs hinterlässt eine große Lücke in der Branche.“ Die Region brauche ein Wirtshaus und einen Beherbergungsbetrieb, weiß Wiesler. Die Kellerstöckl in der Umgebung seien zwar „idyllisch und gemütlich“, aber „keine geeignete Alternative bei Gruppenreisen“.

Er erinnert an die Anfänge: „Meine ersten zehn Wohneinheiten mit 20 Betten musste ich im Jahr 2011 unbedingt umsetzen. An der Notwendigkeit hat sich bis heute nichts geändert.“ Im Umkreis von 20 bis 25 Kilometern gibt es kein Hotel. Ob Drei-Hauben-Küche oder nicht, die Gäste sind gekommen, um zu bleiben. Doch die Rahmenbedingungen wurden immer schwieriger. Die Grundkosten, etwa für Personal, sind gestiegen, die Einnahmen nicht.

Land Burgenland hat „derzeit“ kein Interesse 
Hoffnungen auf Unterstützung aus der Politik haben sich nicht erfüllt. Das Land Burgenland hatte zwar rund 500.000 Euro in den Ausbau der Wohnothek investiert. Überlegungen zu einer Beteiligung oder Übernahme werden jedoch klar verneint. „Derzeit gibt es keine Überlegungen, einzusteigen oder den Betrieb zu übernehmen“, heißt es aus dem Büro des Landeshauptmannes.

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