Gefährlicher Trend

„Sickfluencer“ lehren Follower jetzt Sozialbetrug

Ausland
24.03.2026 09:19

Während uns Influencer mehr oder weniger subtil Produkte aufsdrängen wollen, die wir meist nicht brauchen, haben sich sogenannte „Sickfluencer“ in Großbritannien darauf spezialisiert, ihre Follower gezielt anzuleiten, wie diese staatliche Sozialleistungen erschleichen können – indem sie Krankheit („sickness“) vortäuschen.

Dabei geben sie Tipps, welche Symptome man bei Anträgen auf Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit schildern sollte und wie man sich bei Begutachtungen verhält, um vermeintliche Ansprüche durchzusetzen.

Die Inhalte stoßen vor allem deshalb auf Widerstand, weil sie laut Experten eine „Kultur der Arbeitsverweigerung“ fördern. Kritiker warnen, dass solcherlei Beiträge Menschen dazu ermutigen, Krankheiten vorzutäuschen oder bestehende Beschwerden gezielt zu übertreiben, um finanzielle Unterstützung zu erhalten – ohne tatsächliche Arbeitsunfähigkeit.

Info
ÜBER INFLUENCER
Ein Influencer ist eine Person, die über soziale Medien Inhalte veröffentlicht und dadurch die Meinungen, Einstellungen oder Kaufentscheidungen vieler Menschen beeinflusst. Unternehmen nutzen Influencer mit großem Erfolg gezielt für Werbung, weil deren Empfehlungen oft als glaubwürdiger wahrgenommen werden als klassische Werbung. Bekannte Gesichter haben mehrere Millionen Follower auf ihren Kanälen auf Instagram, TikTok & Co.

Anträge steigen stark an
Gleichzeitig verzeichnen britische Behörden einen starken Anstieg bei Anträgen auf Invaliditäts- und Krankheitsleistungen. Dieser Trend fällt zeitlich mit der wachsenden Popularität solcher Inhalte zusammen. Politiker und Fachleute sehen darin eine besorgniserregende Entwicklung, die das ohnehin belastete Sozialsystem zusätzlich unter Druck setzt.

Befürworter: „Aufklärung nötig“
Befürworter der Videos argumentieren laut „Daily Mail“ hingegen, dass „Sickfluencer“ lediglich Aufklärung leisten und Betroffenen helfen, ihre Rechte besser zu verstehen. Viele Menschen wüssten nicht, welche Unterstützung ihnen zusteht oder wie Antragsverfahren positiv abgeschlossen werden können. Die Inhalte würden daher eine „wichtige Lücke schließen“.

Zu unterscheiden seien diese außerdem unbedingt von Accounts jener Menschen, die etwa über seltene oder unheilbare Krankheiten aufklären und entstigmatisieren, Betroffenen seriöse Unterstützung durch Erfahrungsberichte und Co. bieten oder zur Selbsthilfe ermutigen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt