Eine junge Eiskunstläuferin und Studentin (23) wurde im September mit dem Rad von einem abbiegenden Lkw erfasst. Sie starb an den Folgen des schweren Unfalls an der Salzburger Eder-Kreuzung. Heute, Dienstag, kommt es zum Prozess gegen den Lkw-Lenker. Währenddessen warten Radler noch immer auf eine Entschärfung der Gefahrenstelle.
Der tragische Unfalltod der aufstrebenden Eiskunstläuferin Julia Gaiser (23) wird im Salzburger Bezirksgericht verhandelt. Es geht um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Ein Pongauer Lkw-Fahrer (46) muss sich verantworten. Strafrahmen bei einer Verurteilung: bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe!
Der Unfall hat nicht nur die Gefahren für Radfahrer in der Stadt auf bedrückende Weise aufgezeigt, er hat auch politische Reibereien zwischen Stadt und Land ausgelöst. Am 11. September war die in Salzburg lebende Südtirolerin mit dem Rad im Stadtteil Parsch unterwegs.
Im toten Winkel übersehen
Bei der Eder-Kreuzung, einer unübersichtlichen und verkehrstechnisch stark frequentierten Straßenkreuzung samt Kreisverkehr direkt beim namensgebenden Gasthof Eder, bog ein Lkw rechts ab, während Gaiser auf der Gaisbergstraße Richtung Eberhard-Fugger-Straße geradeaus weiterfuhr. Der Lenker übersah die Radlerin im toten Winkel. Die Studentin hatte auf dem Mehrzweckstreifen keine Chance auszuweichen.
Sorgfaltsverstoß angelastet
Mangelnde Aufmerksamkeit wirft die Staatsanwaltschaft dem Lenker vor. Er habe durch das Übersehen der Fahrradfahrerin einen folgenschweren Sorgfaltsverstoß begangen. Beim Prozess werden mehrere Augenzeugen befragt. Auch Videoaufnahmen könnten abgespielt werden: Die Überwachungskamera einer nahen Bankfiliale hat das Unfallgeschehen aufgezeichnet. Verkehrsexperte und Sachverständiger Gerhard Kronreif wird sein Gutachten zu dem Fall präsentieren. Die Angehörigen werden von Rechtsanwalt Christoph Mandl vertreten.
Während das Gericht über strafrechtliche Folgen entscheidet, bleibt die verkehrstechnische Konsequenz noch immer ungelöst. Wie berichtet, wurde nach dem Unfall ein Schild aufgestellt: Seither dürfen Lkw nicht mehr rechts abbiegen. Das war es aber schon. Auf eine Entschärfung der Gefahrenstelle warten Fahrradfahrer nach wie vor.
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