Ärztekammer-Kritik

Basisausbildung: Zu wenig Plätze für junge Ärzte

Oberösterreich
23.03.2026 13:24

Oberösterreich bildet Ärzte aus, verliert sie aber rasch an andere Bundesländer. Grund ist ein Engpass bei der Basisausbildung: 300 Absolventen stehen nur rund 230 Plätze gegenüber. Die Ärztekammer fordert rasches Handeln der Spitalsträger.

Oberöstererich hat eine eigene medizinische Fakultät, trotzdem kommen dem Bundesland immer mehr junge Ärzte abhanden. Grund dafür sei neben anderen Umständen ein Flaschenhals bei der Basisausbildung, heißt es von der Ärztekammer Oberösterreich: Nach dem Studium müssen Jungmediziner verpflichtend eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren.

Das Problem dabei: In unserem Bundesland seien dafür zu wenige Plätze vorhanden, rechnet Sebastian Graf, Kurienobmann der angestellten Ärzte vor: „Jährlich schließen 300 Personen ihr Studium der Humanmedizin an der Linzer JKU ab. In unserem Bundesland stehen aber nur knapp 230 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Krankenhausträger müssen diese Posten dringend freigeben“, fordert der Ärztekammervertreter.

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Wir bieten eine sehr gute Ausbildung an. Diese muss erweitert und verstärkt werden. Das hilft allen, den Trägern, den Patienten und den jungen  Kollegen.

Dr. Sebastian Graf, Kurier der angestellten Ärzte

Ein größeres Angebot zu schaffen, hätte viele Vorteile, erklärt der Mediziner: „Die jungen Kolleginnen und Kollegen hätten einen Job, der Flaschenhals wird gelockert, die Versorgung gestärkt und die jungen motivierten Menschen würden nicht aus Oberösterreich vertrieben und hier dem Gesundheitssystem verloren gehen.“ Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser glaubt, dass es bei den Trägern am Willen und am Budget für das Personal scheitert: „Wir haben uns sehr für die Medizinische Fakultät in Linz eingesetzt. Es kann nicht sein, dass wir junge Kolleginnen und Kollegen exzellent ausbilden und diese dann das Bundesland verlassen.“

Gesetzliche Auflage gäbe es nicht, ergänzt Präsident Niedermoser: „Es liegt allein in der Kompetenz der Träger, genug Plätze für die Basisausbildung zu schaffen. Jedes Haus kann so viele Basisärzte aufnehmen wie es will und es gibt keine strukturellen Voraussetzungen.“ RL

Kommentar
Wer geht, fehlt später im System

Oberösterreich bildet junge Mediziner aus, verliert viele davon aber gleich wieder. Wer für die Basisausbildung in ein anderes Bundesland wechselt, bleibt oft dort – weil er sich außerhalb gut eingelebt hat.

(Bild: Krone KREATIV/Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

300 Absolventen stehen rund 230 Ausbildungsplätze gegenüber – das ist kein Engpass, das ist ein hausgemachtes Problem. Denn eines ist klar: Geld ist dort vorhanden, wo es politisch gewollt ist. Für Projekte mit fragwürdigem Nutzen oder für symbolische Maßnahmen fließen Jahr für Jahr Millionen. Wenn es aber darum geht, junge Ärzte im Land zu halten und die medizinische Versorgung abzusichern, wird gespart. Dabei ist die Rechnung simpel: Jeder Arzt, der geht, fehlt später im System.

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