Terroralarm in England
„Attentäter“ war bloß ein Jogger mit Sportweste
Diese Joggingrunde wäre für einen Familienvater in England beinahe tödlich geendet. Seine Sportweste mit Gewichten hielten Augenzeugen für eine Sprengstoffweste und alarmierten die Polizei. Scharfschützen hatten bereits ihre Finger am Abzug.
Der ungefähr 40 Jahre alte Mann trainierte laut britischen Medien am Freitagnachmittag in einem Park in Salford nahe Manchester, als plötzlich ein Großaufgebot an Polizei ausrückte. Es wurden umliegende Straßen gesperrt, ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gebiet. Zuvor waren mehrere Meldungen bei den Sicherheitskräften über eine männliche Person mit einer Sprengstoffweste und einem Draht in der Hand eingegangen. Die Augenzeugenberichte und weitere Vermutungen verbreiteten sich auch wie ein Lauffeuer über die sozialen Medien.
Mann trainierte in der Nähe einer Synagoge
Plötzlich schrien Polizisten den Mann an, er solle sich hinlegen und sein Handy weglegen. Der Freizeitsportler, der den Angaben zufolge an Diabetes und Herzproblemen leiden soll, zögerte ein wenig, weil er zunächst nicht glauben konnte, dass er gemeint sei. Doch bald bemerkte er, dass außer ihm niemand in dem Park, welcher sich noch dazu in der Nähe einer Synagoge befindet, seine Runden zog.
Also legte er sich auf den Boden und signalisierte, dass keine Gefahr von ihm ausgehe. Auch seine Weste musste er ausziehen. Anschließend wurde er festgenommen. Doch die Situation entspannte sich binnen weniger Augenblick wieder, als die Beamten die Sportweste mit Gewichten näher in Augenschein nahmen. Zudem entpuppte sich das Kabel bzw. die Drähte in der Hand des Joggers als Springseil.
„Ich trage die Weste überall. Der Arzt hat mir gesagt, ich müsse trainieren, weil ich übergewichtig bin (...) Die Weste tragen aber viele andere auch“, erklärte der vermeintliche Terrorist nach dem Großeinsatz gegenüber der Nachrichtenseite „Manchester Evening News“.
Verständnis für Polizeieinsatz: „Leute waren verängstigt“
Doch trotz seines riesengroßen Schocks – ihm wurden bei seiner Verhaftung Handschellen angelegt und er wurde in der zuständigen Polizeidienststelle verhört – hegt der Mann keinerlei Groll gegenüber der Polizei. „Ich gebe ihnen keine Schuld. Sie waren sehr freundlich zu mir. Ich habe kooperiert. Darum zahlen wir auch Steuern, damit wir sicher sind. Ich denke, die Leute waren einfach verängstigt, weil es hier eine jüdische Gegend ist“, so der wieder freigelassene Mann weiter.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.