„Krone“-Gemeindeserie

Göriach setzt auf Wohnen für junge Familien

Salzburg
07.05.2026 21:30

In Göriach konnte die Gemeinde neues Bauland für Einheimische sichern. Das Budget hat Bürgermeisterin Waltraud Grall gut im Griff: „Große Sprünge können wir halt nicht machen“, meint sie in der „Krone“-Gemeindeserie. 

Was ist das Lebenswerte an Göriach? „Einfach beim Fenster hinausschauen“, sagt Waltraud Grall, erste und einzige Bürgermeisterin im Lungau. Extra Respekt musste sie sich deshalb nie verschaffen. Frauen in der Politik seien schon lange keine Exotinnen mehr, sagt sie.

Das Budget von rund einer Million Euro lässt in der 343-Einwohner-Gemeinde genug Spielraum, auch in Sparzeiten. „Wir haben in den letzten Jahren viel gemacht“, betonte die Ortschefin bei einem Interview Ende 2025 und nannte Beispiele: Friedhofserweiterung, eine zusätzliche Fläche beim Sportplatz.

Der Dorfkern von Göriach mit Gemeinde und Kirche
Der Dorfkern von Göriach mit Gemeinde und Kirche(Bild: Roland Holitzky)

Eine Besonderheit hat sich im Dorf auch erhalten. Den Kirchturm nutzt die Feuerwehr zum Schlauchtrocknen mit. Und die wahrscheinlich wichtigste Neuerung: „Wir konnten gerade vier Bauplätze aufschließen“, so Grall. Auf einem Sonnenhang soll leistbares Wohnen möglich sein. „Wir brauchen attraktive Angebote für junge Familien.“ Sie hofft, dass es eine Lockerung der Kreditbedingungen den Jungen leichter macht.

Göriach

  • Einwohner: 343
  • Fläche: 44 Quadratkilometer
  • Bezirk: Lungau

Der Tourismus ist mit rund 21.000 Nächtigungen für ein kleines Dorf stark. Es führen von Göriach aus richtige Bilderbuch-Routen in die Berge hinauf. Weit herum bekannt ist das Hüttendorf auf knapp 1500 Meter Seehöhe, wo eine Agrargemeinschaft mehrere Almen bewirtschaftet. Und es gibt auch Prominenz im Dorf: Die Göriacherin Christina Bauer (Backen mit Christina) hat sich als Backmeisterin, Bloggerin und Autorin einen Namen gemacht.

Das Hüttendorf von Göriach
Das Hüttendorf von Göriach(Bild: Roland Holitzky)

Die Eingliederung in eine größere Nachbargemeinde ist in Göriach kein denkbarer Weg in die Zukunft. „Wir arbeiten ja schon in Verbänden zusammen und sparen dadurch“, so Grall.

Die Infrastruktur funktioniert: Es gibt sogar eine Bibliothek mit Ehrenamtlichen, zwar keinen Nahversorger, aber einen Hofladen. Durch ein neues Mikro-Öffi-Projekt wurde jetzt auch die Verkehrsanbindung besser. 

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