Prozess in Linz

Sechseinhalb Jahre Haft für brutale Home Invasion

Oberösterreich
19.03.2026 15:39

Ein russisch-syrisches Pärchen überfiel am 12. September 2025 in Linz-Urfahr eine 79-Jährige in deren eigenen Wohnung, erbeutete dabei 680 Euro. Am Donnerstag fasste der bereits dreifach vorbestrafte Syrer (20) sechseinhalb Jahre hinter Gittern aus, seine russische Freundin (18) bekam drei Jahre, davon aber zwei bedingt – beides rechtskräftig.

Es war wie in einem „Tatort“: Am 18. September um 22 Uhr schlichen eine Russin (damals 17) und ihr syrischer Freund (er war 19) in ein Mehrparteienhaus in Linz-Urfahr. Sie hatten am Vortag die Tür zum Innenhof mit Dreck so manipuliert, dass deren Schloss klemmte. Das Pärchen ging hoch in den ersten Stock. Dort läutete das Mädchen, gab sich gegenüber der Bewohnerin (79) als hilfesuchend aus, behauptete, es hätte ein Problem mit seinem Fahrrad. Als die Pensionistin fragte, was es wirklich wolle, zückte die Jugendliche ein blaues Polo-T-Shirt, das ihrem Freund gehörte und das die beiden mit einem chlorhaltigen Reinigungsmittel und einer kleinen Flasche Wodka präpariert hatten, so die Anklage.

Seniorin Tuch ins Gesicht gedrückt
Das Teenagermädchen drückte der Seniorin das Tuch ins Gesicht, drängte sie in den Vorraum und stieß die Frau zu Boden. Erst dann stürmte ihr Freund, mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert, in die Wohnung, riss die Lade des Wohnzimmerschranks auf und erbeutete 680 Euro. Ursprünglich hatte der Syrer, der zuvor als Helfer eines Servicetechnikers für Waschmaschinen in der Wohnung war, geglaubt, er werde 15.000 Euro finden. Das betagte Opfer erlitt Todesangst, leidet immer noch unter den Erinnerungen an den Überfall, hat Angst zu öffnen, wenn es an seiner Tür läutet. 

Das Pärchen flüchtete, wurde Mitte Dezember von den Ermittlern des Landeskriminalamts ausgeforscht und saß seither in U-Haft. Am Donnerstag standen beide in Linz wegen schweren Raubes vor Gericht.

Knapp am Nervenzusammenbruch
Zuerst sollte die mittlerweile 18-Jährige einvernommen werden. Doch das offenbar psychisch schwer angeschlagene Mädchen verhedderte sich bei seinem Versuch, sämtliche Schuld für den Raubüberfall auf sich zu nehmen, zusehends in Widersprüche, bis Jugendrichter Ralf Sigl zuerst den Syrer und dann das Mädchen hinausschickte. 

Blinde Liebe – oder riesige Angst
Unklar war, ob die junge Russin in den Syrer so verliebt ist – oder so große Angst vor ihm hatte. Bei dem Verfahren kam auch heraus, dass sich die beiden im Knast regelmäßig Kassiber zukommen ließen, das Mädchen auf sechs Seiten seine Liebe beteuerte. 

Keine Küsse im Knast
Am Nachmittag war klar, dass die kriminelle Romanze noch länger auf Eis gelegt sein wird: Der bereits Syrer fasste 6 Jahre und sechs Monate unbedingter Haft aus, seine Freundin drei Jahre, davon aber zwei bedingt. 

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