12,7 Euro/Quadratmeter

Großteil des Einkommens geht für das Wohnen drauf

Kärnten
18.03.2026 14:04

Mehr als die Hälfte des Haushaltsbudgets müssen viele Kärntnerinnen und Kärntner für Miete und Betriebskosten ausgeben, wie eine Arbeiterkammer-Studie ergeben hat. Daher müssen natürlich viele von ihnen bei anderen Ausgaben sparen.

Das Wohnen ist zwar ein Grundbedürfnis, jedoch eines, das von Jahr zu Jahr kostspieliger wird. Kontinuierlich nehmen die Wohnkosten in Kärnten zu, wie ein Blick auf die Auswertungen der Wohnkostenerhebungen ergibt.

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Für viele ist die Wohnung zum finanziellen Dauerstress geworden. Wenn ein Großteil des Einkommens dafür draufgeht, bleibt am Monatsende kaum Luft zum Leben.

AK-Präsident Günther Goach

„Während Eigentümerinnen und Eigentümer teilweise von stabileren Kosten profitieren, geraten vor allem Mieterinnen und Mieter zunehmend unter Druck. Für viele Haushalte wird die Wohnung damit zum größten Kostenblock im Alltag – noch vor Energie, Lebensmitteln oder Mobilität“, so Kärntens AK-Präsident Günther Goach.

Die Ergebnisse der Lohnkosten-Erhebung in Kärnten haben Eric Kirschner, Susanne Kißlinger, ...
Die Ergebnisse der Lohnkosten-Erhebung in Kärnten haben Eric Kirschner, Susanne Kißlinger, Günther Goach und Michael Tschamer präsentiert.(Bild: Johannes Puch/AK)

Was die Ergebnisse der Studie deutlich zeigen: Je niedriger das Einkommen, desto größer der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Budget.

In den niedrigsten Einkommensgruppen müssen Haushalte teilweise mehr als die Hälfte ihres Einkommens für das Wohnen aufbringen. Etwa 58 Prozent der Mieter geben an, wegen der gestiegenen Wohnkosten auf andere Ausgaben verzichten zu müssen. Knapp 40 Prozent der Privatmieter überlegen sogar, aufgrund der steigenden Kosten umzuziehen; bei Genossenschaften sind es 32 Prozent. 

Private Mieten steigen stärker
Der Quadratmeterpreis (inklusive Betriebskosten) beim Mieten ist kärntenweit seit 2023 im Schnitt um 14,41 Prozent auf 12,7 Euro gestiegen. Im geförderten Wohnbau wurde der Quadratmeter um 10,47 Prozent teurer und stieg auf 9,5 Euro.

12,37 Prozent höhere Wohnkosten binnen zwei Jahren
Generell sind die Wohnkosten in Kärnten im Durchschnitt um 12,37 Prozent höher als bei der AK-Wohnkostenstudie 2023. Studienautor Eric Kirschner vom Joanneum Research erklärt: „Wo Genossenschaften stark vertreten sind, steigen die Preise langsamer. Fehlt dieses Gegengewicht, ziehen die privaten Mieten wesentlich schneller an.“

Besonders hoch sind die Wohnkosten dort, wo die Nachfrage groß ist: im Zentralraum rund um Klagenfurt und Villach. Doch auch regionale Zentren wie Feldkirchen geraten zunehmend unter Preisdruck. Die günstigsten Mieten werden in den Bezirken Völkermarkt und Hermagor beobachtet.

Umfrage zu den Wohnkosten

Die Forschungsgesellschaft Joanneum Research hat im Auftrag der Kärntner Arbeiterkammer eine Umfrage zum Thema Wohnkosten durchgeführt. Rund 1050 Antworten kamen 2025 zurück; die meisten aus den städtischen Bereichen Klagenfurt und Villach.

Die häufigste Wohnungsgrößenklasse in Kärnten ist jene von 60 bis 90 Quadratmetern.

Auch Eigentumswohnungen und Eigenheime wurden erhoben, um die Auswirkungen der Teuerung abzubilden.

Grundsätzlich ist die Mehrheit mit der Wohnsituation zufrieden; vor allem bei jenen, die im Eigentum leben oder Privatmieter sind. Im genossenschaftlichen Wohnbau sank die Zufriedenheit aber, denn immer öfter kommt es zu Nachzahlungen sowie Sanierungsrückständen und die laufenden Kosten steigen ebenso.

Unsicherheit durch befristete Mietverträge
Mehr als die Hälfte der Mietverträge im privaten Bereich sind befristet. Mieter müssen zudem hohe Kautionen leisten. „Die Kombination von steigenden Preisen und unsicheren Vertragsverhältnissen erhöht den Druck zusätzlich, insbesondere für junge Haushalte und Alleinverdienende. Leistbares Wohnen entscheidet darüber, ob Menschen in Kärnten bleiben können. Wenn Wohnen unbezahlbar wird, verliert ein Standort langfristig seine soziale Stabilität“, verdeutlicht AK-Direktorin Susanne Kißlinger.

Forderungen der Arbeiterkammer
Sieben Maßnahmen für zufriedene Mieter
  • Der finanzielle Spielraum gemeinnütziger Wohnbaugenossenschaften und Wohnbaugesellschaften muss sichergestellt werden, um den Bedarf an leistbarem Wohnraum decken zu können.
  • Mehr qualitativ hochwertiger Wohnraum im gemeinnützigen Wohnbau muss geschaffen werden, vor allem 3- und 4-Zimmer-Wohnungen ab 70 Quadratmeter.
  • Bauflächen müssen strategisch gesichert werden, insbesondere entlang der Koralmbahn in einem Einzugsgebiet von rund 15 Minuten, weil sich durch die neue Bahnverbindung ganze Regionen künftig deutlich schneller und besser erreichen lassen.
  • Notwendig ist der Ausbau von Wohnraum gemeinnütziger Bauvereinigungen außerhalb des Zentralraums: Bestandsausbau mit niedrigeren Kosten durch Verdichtung, Erhöhungen und gut angebundene Randlagen (Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Erreichbarkeiten der Daseinsvorsorge, von Bildungs- und Freizeiteinrichtungen).
  • Die derzeitige Wohnbeihilfe des Landes ist regelmäßig auf deren Erfolg zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen.
  • Transparente Abrechnungen und frühzeitige Information über Nachzahlungen sind zur Steigerung der Zufriedenheit im genossenschaftlichen Wohnbau notwendig.
  • Die AK fordert ein Aus für befristete Mietverträge bei gewerblicher Vermietung.
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