„Mann des Systems“

Iran bestätigt Tötung einer weiteren Führungsfigur

Außenpolitik
17.03.2026 22:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der einflussreiche iranische Funktionär Ali Larijani ist bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, kam der Generalsekretär des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben. 

Der konservative Politiker war in den vergangenen Monaten zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. In iranischen Staatsmedien wurde der Tod Larijanis am Dienstagabend bestätigt.

Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur FARS teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates zum „Märtyrer“ geworden sei. Auf dem ehemaligen Twitteraccount des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, „ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt“.

Ein „Mann des Systems“
Larijani wurde im August 2025 auf den Posten im Sicherheitsrat berufen. Zuvor hatte er als Berater des am 28. Februar getöteten Religionsführers Ayatollah Ali Khamenei gearbeitet. Der Aufstieg des 67-Jährigen überraschte damals viele Beobachter. Larijani galt als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem Kontrollgremium, disqualifiziert.

Larijani studierte Mathematik und galt als „Mann des Systems“, vertrat in den vergangenen Jahren jedoch auch wiederholt moderatere Positionen. Wie viele heutige Politiker machte er zunächst Karriere bei den Revolutionsgarden und stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der Neunzigerjahre aus dem aktiven Dienst ausschied.

Er soll eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste gespielt haben, berichtete das Exilmedium „Iranwire“. Tausende Demonstranten wurden bei den Aufständen Anfang Jänner getötet. Zugleich, so zitierte das Portal einen Insider, habe Larijani an „kulturelle und wirtschaftliche Reformen sowie an diplomatische Annäherung – ähnlich den Reformen in China“ geglaubt. Die USA belegten den Funktionär wegen seiner Rolle bei der Repression mit Sanktionen.

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