US-Präsident Donald Trump hat gegen seine NATO-Verbündeten nachgelegt. Die Front gegen seinen Hilferuf zur militärischen Befreiung der Hormuz-Meeresenge hätte ihn „schockiert“. Seinen Partnern attestierte ein sichtlich angefasster Trump einen „sehr dummen Fehler“.
Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt mit dem Iran verwickelt werden wollten, teilte Trump am Dienstag auf der Plattform Truth Social mit. Dies überrasche ihn nicht, da er die Allianz schon immer als „Einbahnstraße“ betrachtet habe.
Die USA seien zwar noch nicht bereit, ihren Militäreinsatz im Iran zu beenden, sagte Trump vor Journalisten. Der Abzug werde jedoch „in sehr naher Zukunft“ erfolgen. Nach dem Kriegsende würden die Spritpreise sinken.
„Sehr dummer Fehler“
Die Weigerung der Bündnispartner, an der Seite der USA in den Krieg gegen den Iran einzutreten, sei ein „sehr dummer Fehler“, sagte Trump. Die Haltung der Allianz sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump am Dienstag im Oval Office in Washington. Es sei nicht gut für die Partnerschaft, wenn Hilfe verweigert werde. Er sei enttäuscht von der NATO.
Eine tolle Unterstützung habe es dagegen von Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gegeben, sagte Trump.
Hilfe wird nicht mehr benötigt
Trump betonte, die USA hätten Milliarden Dollar zur Verteidigung der NATO-Verbündeten ausgegeben. Allerdings seien die USA nicht auf Hilfe angewiesen, um die Straße von Hormuz für die Schifffahrt offenzuhalten. Die USA benötigten ihre Hilfe nicht, da sie die iranische Marine, Luftwaffe und Führungsebene bereits ausgeschaltet hätten.
Dies gelte auch für Verbündete wie Japan, Australien und Südkorea. Kritik äußerte Trump auch an Großbritannien. Vor dem britischen Premierminister Keir Starmer seien die Beziehungen zu London besser gewesen.
Kehrtwende nach Ablehnung
Am Sonntag hatte Trump die NATO-Partner noch gedrängt, die USA bei der Öffnung der Meerenge von Hormuz für Öltanker zu unterstützen. Ausbleibende Hilfe wäre „sehr schlecht“ für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, drohte der Präsident.
Sowohl Deutschland als auch andere NATO-Länder reagierten jedoch ablehnend auf Trumps Forderung – und erklärten, dass das Verteidigungsbündnis kein Mandat für einen Einsatz in der Meeresenge habe.
„Frankreich wird im aktuellen Kontext niemals an einer Operation zur Öffnung oder Befreiung der Straße von Hormuz teilnehmen“, bekräftigte der französische Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag in Paris. Frankreich bemühe sich zwar um ein Geleit von Schiffen durch die für den Handel wichtige Meeresenge. Macron betonte aber erneut, dass dies erst geschehen könne, wenn die Bombardierungen weitestgehend vorbei seien und die Situation sich beruhigt habe.
Estland dagegen schloss eine militärische Beteiligung zum Schutz von Schiffen in der umkämpften Straße von Hormuz nicht kategorisch aus. Das NATO-Land sei bereit, über einen möglichen Beitrag zur US-Mission zu sprechen, sollte Washington offiziell darum bitten, sagte Außenminister Margus Tsahkna einem Rundfunkbericht zufolge. In seinem Post erklärte Trump jedoch in großen Lettern: „WIR BRAUCHEN VON NIEMANDEM HILFE!“
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