






Ein ohrenbetäubendes Krachen zerreißt die Stille, Sekunden später panische Schreie – und dann heulen auch schon die Sirenen: Was sich am Dienstagnachmittag in Wien-Alsergrund abspielte, wirkt wie eine Szene aus einem Katastrophenfilm. Vier Arbeiter verloren bei dem folgenschweren Baustellen-Unglück ihr Leben. Die „Krone“ war vor Ort, kennt den Unfallhergang.
Gegen kurz nach 14 Uhr kam es im Innenhof eines Mehrparteienhauses in der Porzellangasse im 9. Bezirk zur Tragödie. Bei Betonierarbeiten im Zuge eines Dachgeschossausbaus versagte plötzlich die Konstruktion: Das gesamte Gerüst samt Schalung brach in sich zusammen – genau in dem Moment, als sich fünf Arbeiter darauf befanden.
Gerüst gibt nach – Arbeiter stürzen in die Tiefe
Laut Feuerwehr stürzte das frisch betonierte Konstrukt mitsamt den Männern abrupt ab. Tonnen von Beton und Bauteilen rissen die Arbeiter mit sich in die Tiefe und begruben sie unter sich. „Die Bauarbeiter, die sich auf diesem frisch betonierten Konstrukt befunden haben, sind gemeinsam mit dem Gerüst abgestürzt“, erklärte Feuerwehrsprecher Martin Hofbauer.
Es war ein extrem lautes Rumpeln, dann habe ich nur noch gehört, wie die Bauarbeiter laut geschrien haben. Dann schrillten auch schon die Sirenen.
Ein Anrainer berichtet von den dramatischen Szenen
Anrainer wird Zeuge der Katastrophe
Augenzeugen berichten von dramatischen Sekunden: „Es war ein extrem lautes Rumpeln, dann habe ich nur noch gehört, wie die Bauarbeiter laut geschrien haben. Dann schrillten auch schon die Sirenen“, erzählt ein Anrainer, der den Unfall aus nächster Nähe miterlebte.
Nur Minuten nach dem Einsturz trafen Feuerwehr, Polizei und Rettung ein – doch da war das ganze Ausmaß der Tragödie noch nicht abzusehen.
Verzweifelter Kampf gegen Beton und Zeit
Über 100 Einsatzkräfte kämpften sich durch ein gefährliches Trümmerfeld. Instabile Bauteile, Staub und Beton erschwerten die Rettung massiv. Teilweise mussten Helfer mit bloßen Händen graben, um zu den Verschütteten vorzudringen.
Zunächst keimte noch Hoffnung auf: Ein 45-Jähriger konnte nach rund 90 Minuten schwer verletzt geborgen werden. Er erlitt massive Kopfverletzungen, Brüche an den Armen und schwere Schäden an der Wirbelsäule. Er wurde in den Schockraum eines Spitals gebracht, wie Daniel Melcher von der Berufsrettung Wien sagte.
Für die anderen kam jedoch jede Hilfe zu spät: Die vier Bauarbeiter wurden von den Betonmassen begraben und starben noch am Unglücksort.
Bilder vom Unglücksort:







Kranfahrer musste alles mit ansehen
Dramatisch auch: Ein Kranfahrer wurde zum unfreiwilligen Zeugen des Unglücks. Er musste in seiner Kabine ausharren und die Ereignisse aus der Höhe mitverfolgen – bis in die Abendstunden wurde er dann von der Polizei befragt.
Warum die Konstruktion plötzlich nachgab, ist derzeit noch unklar. Polizei und Arbeitsinspektorat ermitteln auf Hochtouren. Zahlreiche Zeugen werden einvernommen – auch der Kranfahrer.
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