Während deutsche Spitzenpolitiker wie Markus Söder bei der Atomkraft einknicken, bleibt Österreichs Bundeskanzler seiner Position atomarer Ablehnung treu. Zudem schielt man besorgt ins benachbarte Bayern – und stellt Forderungen auf.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Ausstieg aus der Atomkraft jüngst als Fehler und will jetzt sogar auch noch mit EU-Geldern die Entwicklung von Atomreaktoren ankurbeln. Auf offene Ohren stieß sie damit offenbar sogleich bei ihrem Landsmann Markus Söder.
Mini-Kraftwerke bei den Nachbarn
Der bayerische Ministerpräsident forderte nur wenige Tage später eine Abkehr vom Atomausstieg und plant zudem den Bau moderner Mini-Atomkraftwerke im Freistaat – also direkt neben der Grenze zu Österreich. Damit stellt sich der populäre CSU-Chef gegen die Linie von Kanzler Friedrich Merz (CDU), der den Ausstieg als „irreversibel“ bezeichnet hat.
Totschnig pocht auf Sicherheit
Und er versetzt damit auch Österreichs Bundesregierung in Person von Umweltminister Norbert Totschnig in Alarmbereitschaft. „Die tragischen Unglücke in Tschernobyl und Fukushima haben der ganzen Welt vor Augen geführt, wie gefährlich Atomkraft ist. Diese Gefahr darf nicht ignoriert werden und für kleine Atomkraftwerke müssen jedenfalls dieselben hohen Sicherheitsanforderungen gelten wie für große Kernkraftwerke“, erklärt der Minister der „Krone“.
Stocker als „grünes Schaf“
Zudem bleibt Österreich gewissermaßen das „grüne Schaf“ in der schwarzen Parteifamilie. Denn für ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker steht fest: „Die Frage der Atomkraft ist bei uns seit der Volksabstimmung längst beantwortet. Wir setzen statt Atomenergie auf den Ausbau Erneuerbarer. Österreich nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. Wir sehen erneuerbare Energien auch als den Weg für Europa.“
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