Verharmlost ein Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest die Gefahren einer Sexualpraktik? Das Lied „Choke me“ (auf Deutsch: „Würg mich“) der rumänischen Künstlerin Alexandra Capitanescu sorgt derzeit für teils heftige Kritik.
Unter anderem die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete über die Diskussionen über den Beitrag. Die mutmaßliche Botschaft hinter dem Song zeige „eine alarmierende Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“, wird eine Rechtsprofessorin zitiert.
Kritiker: Song „spielt mit Leben von Frauen“
Während des dreiminütigen Songs kommt rund 30-mal der Ausdruck „würg mich“ vor. Aktivistinnen gegen sexuelle Gewalt kritisierten, dass der Beitrag „leichtfertig mit dem Leben junger Frauen“ spielen würde.
Auf Instagram teilte die Sängerin einen Ausschnitt des Songs:
Künstlerin streitet Vorwürfe ab
In dem Lied singt Capitanescu unter anderem: „Lieb mich, bring meine Lungen zum Explodieren“. Oder: „Alles, was ich brauche, ist deine Liebe, ich möchte, dass es mich würgt“. Die Künstlerin selbst sagte Anfang März, Titel und Refrain seien nicht wörtlich zu nehmen. „Choke me“ bedeute demnach in etwa: „Ersticke mich mit deiner Liebe.“ Kunst sollte nicht der Zensur unterliegen, solange niemandem geschadet werde, sagte sie.
EBU bisher ohne Statement
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) antwortete nicht auf eine entsprechende Anfrage zu der Kontroverse. Offen ist, ob sich bereits ein anderes Teilnehmerland über den Beitrag aus Rumänien beschwert hat. Der ESC wird am 16. Mai in Wien ausgetragen.
Bereits vergangenes Jahr Ärger über Songtitel
Im vergangenen Jahr hatte die britische Rundfunkanstalt BBC Beschwerde eingelegt, weil der Beitrag aus Malta, das Lied „Kant“ (Maltesisch für „Gesang“), sehr an einen vulgären englischen Ausdruck für das weibliche Geschlechtsorgan erinnert haben soll. Laut „Guardian“ ging die BBC in diesem Jahr bisher nicht diesen Weg. In Großbritannien ist ein Gesetzesvorhaben auf dem Weg, das Besitz und/oder Veröffentlichung von Darstellungen von Strangulation oder Erstickung in Pornos unter Strafe stellen soll.
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