Das Verfahren gegen den früheren Präsidialamtschef Andrij Jermak hat nun Details über dessen Kontakt mit einer Esoterik-Beraterin gezeigt. Die Anklage ließ Chats zwischen Jermak und einer Frau vorlesen, die als „Veronika Feng-Shui Büro“ verzeichnet war.
Demnach habe er mit der Astrologin gar über die Besetzung von Spitzenposten in der Ukraine geschrieben. Er habe ihr Geburtsdaten von Kandidatinnen und Kandidaten geschickt und um Rat gebeten, heißt es in der Anklage. Laut ukrainischen Medien bezeichnet sich die 51-jährige Frau selbst als astrologische Beraterin.
Bis zu seinem Rücktritt galt Jermak (54) als der zweitmächtigste Mann in der Ukraine und führte für sein Land Verhandlungen über ein Ende des Kriegs. Derzeit steht er vor einem Anti-Korruptionsgericht. Ukrainische Korruptionsjägerinnen und Korruptionsjäger verdächtigen ihn der Geldwäsche. Er soll einer organisierten Gruppe angehören und unter anderem Gelder vom Energiebetreiber Energoatom für ein Luxusbauprojekt abgezweigt haben. Das Geld war eigentlich für Schutzbauten bei Energieanlagen gegen russische Luftangriffe bestimmt.
Präsidentenbüro: Weder Esoterik noch Feng-Shui
Das ukrainische Präsidentenbüro kommentierte die Chats damit, dass man sich nicht mit Esoterik, Numerologie, Feng-Shui oder ähnlichen Dingen beschäftige. Er habe nie derartige Vertreterinnen und Vertreter in der Kanzlei gesehen, sagte Selenskyjs jetziger Berater Dmytro Lytwyn.
Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht der Ukraine soll entscheiden, ob Jermak in Untersuchungshaft kommt oder gegen Kaution auf freiem Fuß bleibt. Nach zwei Tagen Verhandlung wurde ein Beschluss für Donnerstag angekündigt. Jermak bestreitet die Vorwürfe.
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