Mit viel Offenheit spricht Kaleen über ein Thema, das lange kaum jemand kannte: ihre Vitiligo. Heute steht die Sängerin zu ihren „Leopardenflecken“ und möchte anderen Betroffenen Mut machen. Neben ihrem Engagement gibt es auch privat schöne Neuigkeiten – im August läuten die Hochzeitsglocken.
Im frühlingshaften pinken Anzug und mit einem strahlenden Lächeln begrüßte uns Ex-ESC-Kandidatin Kaleen zum kleinen, aber feinen Talk. Dass die Sängerin mit einer seltenen Hautkrankheit lebt, würde man auf den ersten Blick kaum vermuten. Vor vier Jahren wurde bei ihr Vitiligo diagnostiziert – jene Weißfleckenkrankheit, an der einst auch Weltstar Michael Jackson litt.
Bei der Autoimmunerkrankung werden die Melanozyten, die pigmentbildenden Zellen der Haut, von Immunzellen zerstört. „Es hat mit einem ganz kleinen Fleck auf der rechten Hüfte angefangen. Und seitdem werden sie immer mehr“, erzählt sie. Spätestens nach ihrem Auftritt beim Eurovision Song Contest wurden die Flecken öffentlich sichtbar und sorgten für Gesprächsstoff. Für Kaleen ein Moment, endlich offen damit umzugehen: „Um Spekulationen aus dem Weg zu räumen, war es mir wichtig, da endlich darüber zu sprechen.“
Beim Medientermin im Cafe Landtmann tritt sie nun offiziell der Vitiligo Hilfe Österreich bei und möchte damit Gleichgesinnten Mut machen. „Ich möchte unbedingt, dass niemand das Gefühl hat, sich verstecken zu müssen“, sagt sie. „Es ist nichts, wofür man sich schämen sollte.“ Große Freude über die prominente Unterstützung zeigt auch Gründerin Annette-Marie Hofians. Sie hat die Selbsthilfegruppe erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und erkrankte selbst vor rund 20 Jahren daran. „Ein Kollege hat mich gefragt, ob die Flecken auf meiner Haut ansteckend sind, ein anderer wollte mir nicht die Hand geben. Außerdem gab es immer wieder blöde Blicke und Getuschel, besonders im Sommer, als ich mit T-Shirt unterwegs war“, erzählt Hofians beim Pressetermin. Für sie ist dadurch die öffentliche Aufmerksamkeit so wichtig, und auch deswegen freue sie sich über den heimischen Star als Teil der Community. „Kaleen steht zu ihrer Vitiligo und ist damit ein wichtiges Vorbild.“
Kaleen fühlt sich aber nicht nur als Vorbild, sondern findet ihre „Makel“ schön: „Ich bin einzigartig mit meinen Leopardenflecken.“ Als sie die ersten Flecken bemerkte, reagierte sie gelassen: „Ich habe gedacht, es geht wieder weg.“ Angst davor, dass die Flecken noch größer werden und sie „komplett weiß ist“, hat sie keine. „Wenn es so ist, dann ist es vollkommen in Ordnung und ich muss mehr Sonnenschutz verwenden.“ Laut Herrn Dr. Christian Posch, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten ist aber eine Aufklärung über die Erkrankung sowie über die Behandlung wichtig: „Selbst viele Betroffene wissen nicht, dass die Forschung in den letzten Jahren große Schritte gemacht hat und auch noch lange nicht am Ende ist. Lange Zeit gab es tatsächlich keine spezifischen Therapien für Vitiligo, aber das hat sich geändert“, erklärt er. „Wir hoffen, dass durch Kaleens Beitritt zur Vitiligo Hilfe Österreich viele Betroffene aufmerksam werden und sich an ihren Hautarzt oder ihre Hautärztin für eine ärztliche Beratung wenden.“
Aufmerksam auf die 31-jährige Sängerin wurden viele schon beim Eurovision Song Contest 2024. Neben ihrer Stimme sorgten damals auch ihre freizügigen Bühnenoutfits für Zündstoff und für ein klares Statement für Selbstbewusstsein. Der Wettbewerb habe sie allerdings auch gefordert, erzählt sie im Gespräch: „Zum ESC zu fahren ist wahnsinnig schwierig, weil man von allen beäugt wird. Es ist ein Wettbewerb, und der Druck ist enorm. Man braucht ein starkes Rückgrat und muss wissen, wer man als Mensch ist und was einen besonders macht.“ Verstecken sei für sie auch hier deshalb nie eine Option gewesen.
Auch auf die Frage, ob die Musikbranche heute offener geworden sei, wenn es um Vielfalt und unterschiedliche Körperbilder geht, ist Kaleen überzeugt: „Ja, das glaube ich definitiv. Ich finde es schön zu sehen, wie sich etwa der Eurovision Song Contest entwickelt hat. Dort geht es um Vielfalt und darum, dass jeder Mensch einzigartig ist.“ Wichtig sei ihr vor allem, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt. „Es sollten nicht nur bestimmte Schönheitsbilder – etwa die klassische Barbie – erfolgreich sein können. Jeder sollte die Chance haben, seinen Weg zu gehen. Vielfalt ist dafür der einzige richtige Weg.“
Musikalisch erwartet uns natürlich bald „neue Musik“, verrät die Künstlerin. Aber auch heuer ist sie wieder mit dem ESC eingedeckt: „Ich bin viel am Produzieren und dann auch auf der Bühne als Stage Director. Ich arbeite wirklich jeden Tag zwölf Stunden am Computer und bearbeite den ESC.“ Privat gibt´s aber noch ein besonderes Highlight. „Da ich im August heiraten werde, plane ich nebenbei meine Hochzeit und freue mich schon sehr darauf.“
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