Mysterium gelüftet
Recherche enthüllt die Identität von Banksy
Lange konnte Banksy seine Identität geheim halten. Obwohl der Brite seine Bilder in der Öffentlichkeit fertigt, war über den weltberühmten Graffiti-Künstler bislang wenig bekannt. Doch die nun erfolgte Enthüllung seiner Identität sieht nicht nur der Betroffene selbst problematisch.
Bereits in der Vergangenheit gab es Vermutungen, wer hinter dem Pseudonym Banksy stecken könnte – doch Beweise fehlten bislang. Nun begab sich die Nachrichtenagentur Reuters auf Spurensuche und hat herausgefunden, wer der Künstler ist, dessen Werke fast jeder kennt.
Es soll sich um Robin Gunningham handeln, der 1973 in Bristol in Großbritannien geboren ist. Er änderte seinen Namen jedoch später in David Jones – dieser Name ist in seiner Heimat weit verbreitet und sollte es erschweren, dass seine Identität auffliegt. Doch der Trick war umsonst. Die Nachrichtenagentur konnte dennoch herausfinden, wer hinter der Streetart steckt.
Ukraine-Reise entlarvte Banksy
Die Reuters-Reporter verfolgten eine Reise in die Ukraine des Künstlers, wo 2022 Kunstwerke auftauchten. Augenzeugen hatten dort zwei maskierte Personen beobachtet, die innerhalb weniger Minuten Ruinen von durch russische Angriffe zerstörter Gebäuden besprüht hatten.
Doch nicht nur durch die Reisedaten kamen die Journalisten Banksy auf die Schliche: Auch ein Gerichtsprozess in New York führte die Reuters-Mitarbeiter auf die Fährte des Künstlers. In der Verhandlung gab der Angeklagte zu, ein Werbeplakat verunstaltet zu haben. Das Geständnis wurde mit Robin Gunningham unterzeichnet – der Name der bereits früher mit Banksy in Verbindung gebracht wurde. Doch nun gibt es auch Belege dafür.
Unterstützer veröffentlichten nur Bilder von Banksy, auf denen sein Gesicht nicht zu sehen war:
Massive-Attack-Frontmann als Komplize
Der zweite Sprayer, der in der Ukraine tätig war, wurde enthüllt: Dabei soll es sich um Robert Del Naja handeln, den Frontmann der Gruppe Massive Attack. Zuvor gab es schon Vermutungen, dass Del Naja Banksy sein könnte. Doch der Musiker soll den neuesten Erkenntnissen zufolge nur öfter mit Gunningham zusammenarbeiten.
Banksys langjähriger Anwalt Mark Stephens verurteilt die Recherchen zu der Identität des Künstlers und wollte sogar die Veröffentlichung des Berichts verhindern. Er befürchtete, dass dieser durch die Enthüllung einem Risiko ausgesetzt sein könnte. Der Jurist betonte zudem, dass nicht alle Fakten in dem Bericht korrekt seien.
Es gibt noch weitere kritische Stimmen zur Enthüllung: In sozialen Medien erklären viele, dass diese unnötig sei. Der Künstler habe gerade wegen des Mysteriums so eine starke Wirkung gehabt – durch die Veröffentlichung seiner Identität könnte die Bedeutung seiner Kunstwerke abnehmen, so die Befürchtung.









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