Mühlviertel im Kino

Hier haben seit 180 Jahren die Frauen das Sagen

Oberösterreich
16.03.2026 11:20

Eine Villa im Mühlviertel, sechs außergewöhnliche Besitzerinnen und mehr als 180 Jahre Frauengeschichte: Der Dokumentarfilm „Die Frauen von Friedegg“ erzählt von Mut, Eigenständigkeit und dem Willen, den eigenen Weg zu gehen. Die „Krone“ durfte vorab einen Blick auf den Film werfen, der im Herbst bei internationalen Filmfestivals Premiere feiern wird.

Der Motor des Rasenmähertraktors brummt gleichmäßig über den gepflegten Rasen vor der Villa Friedegg. In weiten Kreisen zieht Elisabeth Fries ihre Bahnen über das Grundstück, während hinter ihr die helle Fassade des Hauses in der Nachmittagssonne leuchtet. Es ist ein Bild, das beinahe idyllisch wirkt – und doch erzählt es von einer außergewöhnlichen Geschichte. Denn dieses Haus in Schwertberg gehört seit seiner Errichtung im Jahr 1842 ausschließlich Frauen. Kein einziger Mann scheint im Grundbuch auf.

Nicht miteinander verwandt
Sechs Besitzerinnen haben die Villa Friedegg in den vergangenen mehr als 180 Jahren geprägt. Sie waren nicht miteinander verwandt, lebten in unterschiedlichen Jahrhunderten und unter völlig verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen. Und doch verbindet sie etwas: Sie alle entschieden sich, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen – oft gegen die Erwartungen ihrer Zeit. Der Dokumentarfilm „Die Frauen von Friedegg“ erzählt ihre Geschichten.

Produzent Michael Hecht und Regisseurin Lisa Punz bei der Arbeit.
Produzent Michael Hecht und Regisseurin Lisa Punz bei der Arbeit.(Bild: Frog Queen Media)

Die Memoiren der „Lulu“ Thürheim
Regisseurin Lisa Punz stieß eher zufällig auf das Thema. Bei einem Besuch in der Villa legte ihr die heutige Eigentümerin vier Bände auf den Tisch: die Memoiren von Ludovika „Lulu“ Thürheim, einer früheren Bewohnerin des Hauses. „Es hat mich fasziniert, wie klar diese Frau über ihr beharrliches Streben nach einem selbstbestimmten Leben schreibt und wie unverblümt sie uns die gesellschaftlichen Schranken und Rollenbilder ihrer Zeit offenlegt“, erzählt Punz im Gespräch mit der „Krone“. Aus der Lektüre wurde eine filmische Spurensuche. Für den Dokumentarfilm durchstreifte ihr Team Dachböden, öffnete alte Truhen, sichtete Fotografien und vergilbte Briefe – und stieß dabei immer wieder auf neue Hinweise auf die Frauen, die hier lebten und Entscheidungen trafen.

Drei von sechs bemerkenswerten Frauen, die die Villa Friedegg über mehr als 180 Jahre prägten – ...
Drei von sechs bemerkenswerten Frauen, die die Villa Friedegg über mehr als 180 Jahre prägten – jede auf ihre Weise ihrer Zeit voraus.(Bild: Frog Queen Media)
Drei von sechs bemerkenswerten Frauen, die die Villa Friedegg über mehr als 180 Jahre prägten – ...
Drei von sechs bemerkenswerten Frauen, die die Villa Friedegg über mehr als 180 Jahre prägten – jede auf ihre Weise ihrer Zeit voraus.(Bild: Frog Queen Media)
Drei von sechs bemerkenswerten Frauen, die die Villa Friedegg über mehr als 180 Jahre prägten – ...
Drei von sechs bemerkenswerten Frauen, die die Villa Friedegg über mehr als 180 Jahre prägten – jede auf ihre Weise ihrer Zeit voraus.(Bild: Frog Queen Media)

Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung
„Gleichzeitig durften wir Elisabeth Fries monatelang mit der Kamera begleiten und miterleben, mit welch großem körperlichen, zeitlichen und finanziellen Aufwand der Erhalt der Villa verbunden ist“, so die Regisseurin. „Erst dadurch habe ich verstanden, was es bedeutet, ein solch geschichtsträchtiges Haus zu bewahren. Ein Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung.“

Janine Kohl-Peterke (Marktbereichsleiterin Sparkasse OÖ Linz-Zentralraum), Schauspielerin ...
Janine Kohl-Peterke (Marktbereichsleiterin Sparkasse OÖ Linz-Zentralraum), Schauspielerin Alexandra Maria Timmel, Regisseurin Lisa Punz, Produzent Michael Hecht und Elisabeth Fries (aktuelle Eigentümerin Villa Friedegg) (v. l.)(Bild: Sparkasse OÖ_Stiftinger)

Unterstützt wurde der Film auch von der Sparkasse Oberösterreich, die damit eine Geschichte sichtbar macht, in der sich über Generationen hinweg zeigt, wie wichtig wirtschaftliche Selbstbestimmung für Frauen ist. 

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