Gerald Mader wäre heuer 100 geworden. Mit seiner Idee vom Friedenszentrum machte er Stadtschlaining weltweit bekannt.
Dass heute auf der Friedensburg Schlaining über Frieden gesprochen wird, ist kein Zufall. Es ist das Vermächtnis eines Mannes, der überzeugt war, dass Frieden nicht von selbst entsteht. Gerald Mader, der Gründer des Friedenszentrums wäre Anfang April 100 Jahre alt geworden. Und gerade jetzt rückt sein Lebenswerk wieder in den Fokus. Mit dem neuen „Gerald Mader Fellowship“ will das Land Burgenland die Friedensforschung am Standort stärken und damit den Weg fortsetzen, den Mader einst eingeschlagen hat.
Viele Schlaininger erinnern sich aber noch gut an eine andere Zeit. Damals war das Tor der Friedensburg oft verschlossen. Dass ausgerechnet hier einmal ein internationaler Ort für Friedensforschung entstehen würde, konnte sich damals kaum jemand vorstellen. Gerald Mader schon.
Der 1926 geborene Niederösterreicher hatte den Krieg selbst erlebt. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete er als Anwalt und machte später politische Karriere im Burgenland. Als Kultur- und Soziallandesrat gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten des Landes. Doch mit 58 Jahren zog er einen Schlussstrich unter seine politische Laufbahn. Mader ging nach Schlaining und begann dort etwas aufzubauen, das es in Österreich bis dahin nicht gab: ein Zentrum für Frieden und Konfliktforschung.
Von Haus zu Haus: Die Geburtsstunde der Friedensburg
Der Anfang war mühsam. Norbert Darabos, Präsident des Austrian Centre for Peace (ACP), erinnert sich an die legendären Anfänge. „Gerald Mader ist damals von Haus zu Haus gegangen und hat um Unterstützung gebeten. Viele haben geholfen, obwohl sie zuerst gar nicht geglaubt haben, dass daraus etwas wird.“ Aus dieser Vision entstand 1982 das Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung auf der Friedensburg Schlaining. Daraus entwickelte sich das heutige ACP, das international tätig ist und mit Organisationen wie EU, UNO und OSZE zusammenarbeitet.
Gerade heute wirkt Maders Gedanke daher aktueller denn je. Der Krieg in der Ukraine dauert an, im Nahen Osten eskalieren Konflikte, weltweit wächst die Unsicherheit. Frieden, davon war Gerald Mader überzeugt, fällt nicht vom Himmel. Man muss ihn vorbereiten und in Schlaining wird genau daran gearbeitet.
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