Das angekündigte „Thema Spezial“ über Natascha Kampusch sorgte für Aufsehen und auch viel Kritik. Jetzt reagiert der ORF. Er nimmt die Sendung „vorerst“ aus dem Programm.
Als Grund dafür gibt der ORF „unterschiedliche Auffassungen betreffend die Persönlichkeitsrechte von Natascha Kampusch“ an. Um sich Zeit für eine entsprechende finale Abklärung zu geben, verzichte man vorerst auf die Ausstrahlung, hieß es in einer Aussendung des öffentlich-rechtlichen Senders.
„Gefangen in Freiheit“
Geplant war die Doku mit dem Titel „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ für kommenden Montag um 20.15 Uhr auf ORF 2. Als Alternativprogramm wird die „Millionenshow“ ausgestrahlt und der Beginn des „kulturMONTAG“ wird vorgezogen.
Die Sendung sollte sich anlässlich des Jahrestags der Selbstbefreiung von Natascha Kampusch vor 20 Jahren mit ihrem heutigen Leben beschäftigen. Der ORF bewarb die Doku im Vorfeld auch mit Verweisen auf den Gesundheitszustand der 38 Jahre alten Frau.
Ärzte waren gegen Doku
Daran gab es heftige Kritik. Von einer „massiven Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches“ sprach etwa die Medienrechtsanwältin Maria Windhager. Wie der „Standard“ berichtet, sollen sich auch die Ärzte von Natascha Kampusch gegen die Doku ausgesprochen haben. Jetzt hat man im ORF offenbar die Reißleine gezogen.
Die Verbrechensopferhilfe „Weißer Ring“ begrüßte diese Entscheidung. Man habe im Vorfeld dem ORF seine Bedenken hinsichtlich der Ausstrahlung deutlich gemacht und rechtliche Schritte zur Prüfung eingeleitet, erklärte der „Weiße Ring“ in einer Aussendung. Mediale Berichterstattung bei Betroffenen schwerer Gewalt könne „zu starken Retraumatisierungen führen“, wurde darin betont: „Insbesondere dann, wenn sie sich ohnehin in einer psychisch belasteten Situation befinden.“
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