Eine aktuelle IMAS-Studie zeigt: Drei von vier Österreichern kommen gut mit ihrem näheren Umfeld aus. Lärmbelästigung ist der Hauptgrund, wenn Unstimmigkeiten doch zu Streit führen.
Erst kürzlich musste in Wien-Floridsdorf die Spezialeinheit WEGA ausrücken, weil ein 16-Jähriger seinem 22-jährigen Nachbarn einen Bauchstich verpasste. Der Hintergrund: Seine Ex-Freundin hatte behauptet, der 22-Jährige hätte ihr Drogen angeboten. Da sah der Jugendliche rot ...
Gute Nachbarschaft
Glücklicherweise sind solche Eskalationen eher selten. Denn die Österreicher kommen mit ihren Mitmenschen, die Tür an Tür wohnen, insgesamt ganz gut aus. Zwei Fünftel bewerten laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts IMAS das Nachbarschaftsverhältnis als „wolkenlos und positiv“. Für drei von vier Österreichern ist es zumindest gut, sie vergeben die Noten 1 oder 2 auf einer Schulnotenskala.
Nur eine Minderheit beurteilt das Miteinander als schlecht. Wer in einem Einfamilienhaus oder in einer Eigentumswohnung wohnt, ist den Nachbarn gegenüber laut der Umfrage jedenfalls positiver gestimmt als Mieter.
Häufigstes Gesprächsthema ist das Wetter
Ältere Mitmenschen zeigen sich deutlich kontaktfreudiger. So geben 62 Prozent an, mit gewissen Nachbarn sogar Freundschaften geschlossen zu haben, im Schnitt mit 2,9 Personen. Die häufigsten Gesprächsthemen unter den Menschen, die nebenan, unter- oder oberhalb wohnen, sind das Wetter, Reisen beziehungsweise Urlaube, die Ereignisse in der Nachbarschaft und der Garten bzw. der Balkon.
Das Nachbarschaftsklima 2026 ist positiv, zwei Fünftel haben ein sehr gutes Nachbarschaftsverhältnis.
IMAS-Chef Paul Eiselsberg
Ältere Bewohner sind kontaktfreudiger
Dabei wird auch ein Altersgefälle deutlich sichtbar: Unter den jüngeren Befragten im Alter von 16 bis 34 Jahren findet häufig überhaupt kein Gespräch mit anderen Bewohnern statt. Ganz anders als bei Befragten ab 35 Jahren, die sich kontaktfreudiger zeigen.
Lärmbelästigung und üble Gerüche
Natürlich kann es aber auch zu Streitereien kommen. Knapp jeder Fünfte schildert eine solche Situation. In Mietverhältnissen scheint die Nachbarschaft komplizierter zu sein. Hauptthemen bei Konflikten sind Lärm- sowie Geruchsbelästigung, etwa durch Rauch oder Müll. „Aus der empirischen Perspektive zeigen die Daten, dass Nachbarschaft für einen Großteil der Bevölkerung weiterhin eine hohe soziale Relevanz besitzt – sowohl emotional als auch funktional“, so IMAS-Chef Paul Eiselsberg. Wer sich durch seine Nachbarn gestört fühlt und eine Aussprache keine Lösung bringt, dann ist der Weg zu den Behörden unerlässlich.
Dann können auch Verwaltungsstrafen wegen ungebührlicher Lärmerregung verhängt werden. Dazu zählt zum Beispiel der Nachbar, dessen Waschmaschine ständig nach 22 Uhr noch schleudert. Ebenso riskiert man laut Arbeiterkammer eine Strafe, wenn man spätnachts noch in seinen Pool springt und angrenzende Bewohner aus dem Schlaf reißt. Das typische Schreien eines Babys wird hingegen nicht als ungebührlich beurteilt.
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