Spektakuläre Sichtung

„Nestor“: Österreichs ältester Seeadler ist zurück

Burgenland
15.03.2026 21:25

Totgeglaubt, fast vergessen – und jetzt wieder da: Der Seeadler „Nestor“ zieht über das Burgenland seine Kreise. Mit 15 Jahren ist er der älteste bekannte Seeadler Österreichs – und ein lebendes Symbol für die Rückkehr eines beinahe verlorenen Wappenvogels.

Hoch über den Schilfgürteln und Auwäldern im Nordburgenland zieht er seine majestätischen Kreise: „Nestor“, ein Seeadler von beeindruckender Statur – und noch beeindruckenderem Alter. 15 Jahre ist der Greifvogel mittlerweile alt. Kürzlich wurde er wieder im Bezirk Neusiedl gesichtet – genau jener Region, in der er derzeit auch brütet. Für Naturschützer ist das eine kleine Sensation.

Denn viele junge Seeadler überleben ihre ersten Jahre nicht. Dass „Nestor“ nicht nur überlebt hat, sondern noch immer aktiv brütet, macht ihn zu einer echten Ausnahmeerscheinung. „Ein so alter Seeadler ist enorm wichtig für die Population“, erklärt WWF-Experte Christian Pichler. „Darum trägt er auch den Namen Nestor – nach dem weisen Berater aus der griechischen Mythologie.“

Vom Aussterben zurück an Österreichs Himmel
Noch vor rund 25 Jahren war der mächtige Greifvogel in Österreich praktisch verschwunden. Im 19. und 20. Jahrhundert hatten Verfolgung, zerstörte Lebensräume und giftige Pestizide – allen voran das berüchtigte DDT – den Seeadler fast ausgerottet. In den 1950er-Jahren galt die Art hierzulande sogar als ausgestorben.

Doch die Natur hat ein langes Gedächtnis. Dank internationaler Schutzmaßnahmen und intensiver Naturschutzarbeit kehrte der „König der Lüfte“ langsam zurück. Heute leben wieder rund 90 Brutpaare in Österreich – ein Erfolg, der noch vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar gewesen wäre.

Seeadler „Nestor“ brütet derzeit im Bezirk Neusiedl im Burgenland.
Seeadler „Nestor“ brütet derzeit im Bezirk Neusiedl im Burgenland.(Bild: Bjorn Beckmann)

Wo Österreichs Wappentier wieder heimisch wird
Der Seeadler liebt große Wasserlandschaften – und genau dort ist er inzwischen wieder zu finden. Entlang von Donau, March und Thaya, in den Auwäldern des Ostens, rund um den Neusiedler See, im Weinviertel, in den Teichlandschaften des Waldviertels und im Burgenland. Selbst in Oberösterreich sowie in der Ost- und Südsteiermark haben sich inzwischen wieder Brutpaare angesiedelt.

Auch im Winter ist der Himmel über Österreich wieder voller Adler: Rund 160 bis 180 Tiere überwintern mittlerweile hier – viele davon stammen aus Nord- und Osteuropa.

Gefährliches Leben im Paradies
Doch so beeindruckend die Rückkehr auch ist – sicher ist sie noch lange nicht. Gerade während der Brutzeit reagieren Seeadler extrem empfindlich auf Störungen. Schon scheinbar kleine Eingriffe können fatale Folgen haben. Werden etwa während der Brutzeit Forstarbeiten in Horstnähe durchgeführt, verlassen die Altvögel manchmal ihr Nest – und die Jungtiere bleiben schutzlos zurück.

Eine noch größere Gefahr bleibt jedoch die illegale Verfolgung. Immer wieder werden Greifvögel vergiftet oder abgeschossen. Naturschützer schlagen daher Alarm: Ohne konsequenten Schutz der Brutgebiete könnte die junge Population rasch wieder in Bedrängnis geraten.

Ein Projekt für Österreichs Natur
Seit 1999 arbeitet der WWF intensiv am Schutz des majestätischen Greifvogels. Horste werden überwacht, Brutgebiete abgesichert und Bestände genau dokumentiert.

Die Rückkehr des Seeadlers ist deshalb weit mehr als eine schöne Naturgeschichte. Sie ist ein Beweis dafür, dass konsequenter Naturschutz wirken kann. Und hoch über den Gewässern des Burgenlands erinnert ein alter Adler daran. Denn solange „Nestor“ seine Kreise zieht, lebt auch die Hoffnung, dass Österreichs Wappenvogel endgültig wieder heimkehrt.

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