Herkunft nachweisen

Klare Mehrheit: Blindflug beim Essen muss aufhören

Wirtschaft
31.05.2026 16:00

Zum Weltbauerntag am 1. Juni kracht es gewaltig in der politischen Küche: Eine aktuelle „Krone“-Umfrage zeigt, es ist höchste Zeit für die Herkunftskennzeichnung.

Manchmal sind Umfragen Momentaufnahmen – und manchmal sind sie politische Erdbeben. Eine aktuelle Erhebung vom Institut für Demoskopie & Datenanalyse (IFDD) im Auftrag der „Krone“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Mit 79 Prozent Zustimmung sprechen sich Frau und Herr Österreicher mit überwältigender Klarheit für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie aus, während nur 17 Prozent dagegenhalten. Noch deutlicher wird der Druck auf die Bundesregierung, wenn es ums Handeln geht: 74 Prozent fordern rasche Maßnahmen zur Umsetzung.

Das ist kein Nischenthema, keine Einzelinteressen – das ist ein breiter Wählerwille, der quer durch das Land geht. Besonders brisant: Dieses Anliegen vereint alle politischen Lager. Egal, ob FPÖ, ÖVP, SPÖ, NEOS oder Grüne – die Zustimmung ist überall massiv, bei den Grünen sogar satte 97 Prozent. Selten erlebt die Politik ein Thema, bei dem sich vom Stammtisch bis zur Großstadt, vom Wirtshaus bis zum Bio-Laden fast alle einig sind.

Die Botschaft ist klar: Wer im Supermarkt Transparenz hat, will auch im Gasthaus keine „Blackbox“ mehr bestellen.

Großes Vertrauen in die Bauern, Auftrag für Politik
Die Umfrage zeigt aber nicht nur den Wunsch nach Klarheit, sondern auch ein beeindruckendes Bild der heimischen Landwirtschaft. 97 Prozent der Befragten geben an, die Arbeit der Bauern zu schätzen – ein Wert, von dem viele Berufsgruppen im Land nur träumen können. Auch das Image ist eindeutig: Fleiß, Bodenständigkeit und Tradition dominieren das Bild. Dieses Vertrauen ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer tiefen Verbindung zwischen Bevölkerung und Landwirtschaft. Die Menschen wissen, wer ihre Versorgung sichert – und sie wollen diese Leistung geschützt wissen.

Die Österreicher schätzen die Arbeit der Bauern.
Die Österreicher schätzen die Arbeit der Bauern.(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Noch deutlicher wird die Haltung der Bevölkerung beim Blick über die Grenzen. Ganze 92 Prozent sprechen sich dafür aus, Lebensmittel zu stoppen, die nicht den EU-Standards entsprechen. Das ist kein ideologischer Reflex, sondern eine Frage der Fairness und Sicherheit: Wer heimischen Produzenten strenge Regeln auferlegt, kann nicht gleichzeitig Produkte aus Ländern akzeptieren, die unter völlig anderen Bedingungen entstehen. Parallel dazu fordern 77 Prozent staatliche Unterstützung, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die politische Botschaft dieser Zahlen ist so einfach wie kraftvoll: Die Österreicher wollen Transparenz auf dem Teller, Schutz vor fragwürdigen Importen und faire Bedingungen für ihre Bauern.

Für die Bundesregierung ist das längst keine Diskurs-Einladung mehr, sondern ein klarer und direkter Handlungsauftrag ...

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