Mit ihrem Programm „A Jazz Affair“ bringen Laura Bilgeri & Friends die goldene Ära des Jazz nach Vorarlberg – mit Songs aus den Jahren zwischen 1920 und 1960, neu arrangiert und in einem intimen Konzertformat präsentiert.
Die Idee zu diesem Projekt entstand ursprünglich aus einem deutlich größeren Vorhaben. Vor zwei Jahren startete Laura ein Big-Band-Projekt mit rund 20 Musikern, das in Wiener Clubs zu hören war. „Das war natürlich eine ganz andere Formation – und auch eine ganz andere Lautstärke“, erzählt sie. Jazz sei immer schon ihre musikalische Heimat gewesen. Dass sich daraus nun ein eigenes Konzertprogramm entwickelt hat, beschreibt sie als „totalen Traum“. „Ich bin eigentlich eine alte Seele, was Musik betrifft“, sagt Laura. Als sie ein Kind war, lief bei ihr zuhause ständig Musik – meist Jazz. Künstler wie Frank Sinatra oder Billie Holiday gehörten zum Alltag. Diese Musik habe sich ihr „fast unbewusst eingeprägt“. Für Laura ist Jazz zeitlos: „Gerade in turbulenten Zeiten bringt mich diese Musik wieder zu mir.“
Zum Tourstart ein Heimspiel in Hohenems
Da eine Tour mit einer 20-köpfigen Big Band organisatorisch und logistisch kaum umsetzbar ist, wurde das Projekt verkleinert: Statt in Orchestergröße steht nun eine siebenköpfige Band am 20. März im Löwensaal in Hohenems auf der Bühne. „Das ist eher eine kleinere Formation – eine Art Jazzband unter Freunden“, erklärt sie. Passend dazu trägt das Programm den Titel „Laura & Friends“. Der Auftakt der Konzertreihe findet bewusst in ihrer Heimat statt. „Wir wollten das Projekt unbedingt einmal auf Tour bringen. Und da haben wir uns gedacht: Wo könnte man besser anfangen als bei mir daheim in Vorarlberg!“ Für viele der Wiener Musiker ist es sogar der erste Besuch im westlichsten Bundesland Österreichs – leider nur ein kurzer.
Jazzklassiker und Neuinterpretationen
Musikalisch bewegt sich das Programm zwischen bekannten Jazzklassikern und neu interpretierten Standards. Songs wie „Fever“, „Route 66“ oder „Fly Me to the Moon“ gehören zu den Stücken, die das Publikum erwarten kann. „Das sind Lieder, die fast jeder kennt“, erklärt Laura. „Es ist mir wichtig, dass sich das Publikum sofort verbunden fühlt.“ Jazz sei dabei nicht gleich Jazz: Während manche bei dem Begriff an experimentelle Klänge denken, setzt die Hohenemserin bewusst auf die traditionellere Seite des Genres. Inspiration findet sie bei Ella Fitzgerald oder Frank Sinatra. „Ich mag diese klassische, gediegene Jazz-Musik, die einfach schön ist zum Anhören.“ Ein besonderer Fokus liegt auf der erzählerischen Kraft der Songs. Viele Stücke dauern deutlich länger als ein typischer Popsong. „Einige Lieder gehen über acht Minuten. Das ist wie eine kleine Geschichte, die man erzählt“, sagt sie. Für sie als Schauspielerin sei diese Verbindung zwischen Musik und Storytelling besonders reizvoll.
Privat schüchtern, beruflich eine Rampensau
Dass Laura heute selbst auf der Bühne steht, überrascht sie manchmal noch immer. Lange Zeit hatte Laura, obwohl bekanntlich Tochter von Musiker, Drehbuchautor und Filmemacher Reinhold Bilgeri, mit dem Showbusiness wenig zu tun. „Ich bin privat eigentlich eher ein schüchterner Mensch“, sagt sie, „aber auf der Bühne werde ich zur Rampensau.“ Der Weg zur Musik begann für Laura Bilgeri erst vor ein paar Jahren, als während des Corona-Lockdowns die Filmbranche fast völlig zum Stillstand kam. „Da habe ich gemerkt, dass ich etwas Kreatives machen muss, sonst drehe ich durch.“ Sie begann, Songs zu schreiben und zu singen – daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ihr musikalisches Projekt. Heute verbindet sie mehrere künstlerische Felder miteinander: Film, Musik, Songwriting und öffentliche Auftritte als Markenbotschafterin. Dass Künstler in verschiedenen Bereichen arbeiten, sei normal geworden. „Man muss mit der Zeit gehen.“
with Laura Bilgeri & Friends
Freitag, 20. März, Löwensaal Hohenems (ab 20 Uhr) Weitere Tourdaten:
23. Oktober, Casanova Wien
27. November, Kammerlichtspiele Klagenfurt
11. Dezember, Vindobona Wien
16. Dezember, Tubes Graz
„Sind sie der Vater von Laura Bilgeri?“
Ihre Familie spielt nach wie vor eine große Rolle für Laura. Gerade zu Beginn ihrer Karriere sei der berühmte Vater häufiger ein Thema gewesen. Mittlerweile drehe sich das Ganze aber um: „Letztes Mal hat mich mein Vater angerufen und erzählt, dass er gefragt wurde, ob er der Vater von Laura Bilgeri sei. Das war lustig“, lacht die 30-Jährige. Für sie zählt vor allem, ihren Weg zu gehen – sowohl als Schauspielerin als auch als Musikerin. Ihre eigene Vision lebt sie auch mit ihrer „Jazz Affair“. „Ich beobachte in der internationalen Musikszene eine kleine Retro-Welle, die ich schön finde“, sagt Laura, die das auch als Indiz dafür wertet, dass gute Songs zeitlos sind. Das Programm in Hohenems führt das Publikum durch mehrere Jahrzehnte Musikgeschichte – mal ruhig und emotional, mal beschwingt und tanzbar. Zu vielen Songs erzählt Laura kurze Geschichten. Das Konzert im Löwensaal ist für sie auch eine kleine Auszeit vom Alltag. „Für zwei Stunden steht die Welt still. Musik kann in turbulenten Zeiten Balsam für die Seele sein.“
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