Retter im Einsatz

Mehrere Tote bei schweren Unwettern in Deutschland

Ausland
10.06.2014 10:49
Mindestens sechs Menschen sind am Montagabend bei schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. An vielen Häusern und Autos sorgten Sturmböen, Blitzeinschläge und Hagel für Schäden. Flugzeuge konnten zeitweise nicht mehr abheben, Züge wurden gestoppt, auf Autobahnen lagen umgestürzte Bäume. Erst in der Nacht zum Dienstag wurde es am Himmel etwas ruhiger.

Die Polizei des Bundeslandes war nach eigenen Angaben mit allen Beamten im Einsatz, die zur Verfügung standen. Auch die Feuerwehren waren stundenlang unterwegs, um allen Hilferufen nachzukommen. Die Unwetter zogen indessen weiter in Richtung Nordosten, fielen dort aber weniger heftig aus.

Tote und Schwerverletzte
In Düsseldorf verloren drei Menschen in einem Gartenhaus ihr Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur dpa. Sie hatten Zuflucht vor dem Unwetter gesucht, als eine schwere Pappel auf das Haus stürzte. Die Einsatzkräfte konnten noch zwei Schwerverletzte und einen Leichtverletzten aus den Trümmern retten.

Zuvor hatte bereits die Kölner Polizei berichtet, dass ein Radfahrer in der Domstadt von einem Baum erschlagen worden sei. Dasselbe Schicksal ereilte einen Biker in Krefeld. In Essen starb ein Mann vermutlich bei Aufräumarbeiten. Er hatte nach ersten Informationen der Polizei kurz vor Mitternacht versucht, eine Straße zu räumen. Zur genauen Todesursache konnten die Ermittler allerdings zunächst nichts sagen.

Flug-, Bahn- und Autoverkehr beeinträchtigt
Der Airport Düsseldorf musste am Abend rund eine Stunde lang den Betrieb einstellen. Grund seien Sturmböen von bis zu 150 Stundenkilometer gewesen, sagte ein Sprecher.

Auch Züge blieben vorsorglich in den Bahnhöfen stehen. In der Nacht wurden zwar die Strecken Köln-Bonn, Köln-Aachen, Dortmund-Hamm- Bielefeld und die ICE-Strecke Köln-Frankfurt wieder freigegeben. Alle anderen Verbindungen seien aber noch unterbrochen, teilte die Bahn am frühen Dienstagmorgen mit. Aufgrund der Schäden sei auch ein Notverkehr mit Bussen nicht möglich.

Auf den Autobahnen bremsten umgestürzte Bäume den Verkehr aus. Die A43 Richtung Wuppertal sei bei Dortmund deswegen zeitweise gesperrt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auch auf der A42 im Kreuz Herne und im Kreuz Recklinghausen der A2 und A43 kam es zu Behinderungen. In vielen Kommunen waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen, Brände nach Blitzeinschlägen zu löschen und umgestürzte Bäume wegzuschaffen.

Neue Unwetter ziehen auf
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach wurde Nordrhein-Westfalen am heftigsten von den Unwettern getroffen. In der Nacht seien sie dann weiter in Richtung Nordosten gezogen, sagte ein DWD-Meteorologe am frühen Dienstagmorgen. Auch in Niedersachsen kämpften die Feuerwehren gegen Brände nach Blitzeinschlägen. In Beesten im Emsland entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro bei einem Dachstuhlbrand. Auch in Nienburg entfachten Blitze zwei Brände. Verletzte gab es dabei nach ersten Erkenntnissen aber nicht.

Der DWD ging davon aus, dass auch am Dienstag Gewitterwolken über Deutschland ziehen werden. Auch Nordrhein-Westfalen drohe dann neues Ungemach.

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