Weltschlaftag am 13.3.

Schlechter Schlaf kann Ihre Gesundheit gefährden!

Regeneration & Schlaf
12.03.2026 17:00

Wussten Sie, dass guter Schlaf genauso wichtig für unsere Gesundheit ist wie richtige Ernährung und Bewegung? Und dass Schlafstörungen ernsthafte Folgen haben können, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Anlässlich des Weltschlaftages haben wir aktuelle Studien und Untersuchungen unter die Lupe genommen.

Erholsamer Schlaf ist eine wesentliche Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Er fördert Leistungsfähigkeit und Resilienz, während chronisch schlechter Schlaf nahezu alle Bereiche von Körper und Psyche beeinträchtigt. Gute Nachtruhe ist damit ebenso wichtig wie Ernährung und Bewegung.

Das Motto des diesjährigen Weltschlaftages lautet daher „Gut schlafen – besser leben“. Anbei geben wir anlässlich des Weltschlaftages am 13. März und der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin einen Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse:

Aber wann spricht man von gutem Schlaf?
Die Schlafdauer sollte ausreichend sein und der Schlaf frei von Störungen und Erkrankungen. Wer regelmäßig weniger als 7 Stunden schlummert, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden und an diesen zu versterben, so die Ergebnisse einer Studie mit etwa 90.000 Personen.

„Eine der häufigsten Erkrankungen im Schlaf ist die obstruktive Schlafapnoe. Diese verursacht Atemaussetzer, Sauerstoffabfall und Mikroaufwachreaktionen, die Entzündungen fördern und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, nicht-alkoholische Fettleber, Augenerkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen steigern“, erklärt OÄ Dr. Angelika Kugi, Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Spezialisierung in Schlafmedizin, Schlaflabor Villach, Ktn., sowie Vizepräsidentin der Österr. Gesellschaft für Schlafmedizin.

„Die Behandlung, vor allem mittels Continuous Positive Airway Pressure (CPAP-Therapie), reduziert diese Risiken, während neue Ansätze wie Gewichtsmanagement und gezielte Medikamente aufgrund zunehmender Endotypisierung [Anmerk.: spezifische Form der Einteilung von Erkrankungen in Untergruppen] erprobt werden.“

Demenz kündigt sich im Schlaf an
Innsbrucker Forscher rund um OÄ Dr. Ambra Stefani konnten zeigen, dass Veränderungen im Schlaf mehr als fünf Jahre vor der Entwicklung einer neurodegenerativen Erkrankung (wie Demenz oder Parkinson) vorhanden sind. „Vermutlich können Interventionen, die den Schlaf verbessern, das Risiko einer solchen Neurodegeneration verringern“, so Dr. Ambra Stefani, Oberärztin und Stv. Leiterin des Zentrums für Schlafmedizin an der Univ.-Klinik für Neurologie, MedUni Innsbruck, T.

Neue Sichtweise auf Schlafstörungen
In der neuesten Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme wird gestörter Schlaf erstmals explizit als Schlaf-Wach-Störung definiert. „Bei der Diagnose und Behandlung von Schlafproblemen müssen nun also auch die Beeinträchtigungen am Tag (als Folge des gestörten Schlafs) mitberücksichtigt werden“, erklärt Gerhard Klösch, Schlafforscher an der MedUni Wien.

„Das markiert einen radikalen Wandel in Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen: die Konsequenzen von gestörtem Nachtschlaf gelten als zentrales Merkmal von Schlaferkrankungen, welche nun als 24-Stunden-Erkrankungen betrachtet werden. Dies erfordert neue Versorgungsstrukturen, die auch Tagesbeeinträchtigungen untersuchen und therapieren.“

Neue Daten zu Schlafstörungen
„Unsere gesundheitsökonomische Studie zeigt die hohe Häufigkeit von Schlafstörungen in der erwachsenen Bevölkerung auf“, berichtet Dipl.-Psych. Luisa Welter, M.Sc. Neuropsychologie, Lehrstuhl für Geriatrie, Medizinische Fakultät, Universität Duisburg-Essen, Deutschland. „Am häufigsten sind die obstruktive Schlafapnoe (18%), die chronische Insomnie [Schlaflosigkeit] mit Tagesbeeinträchtigungen (10%) und das Restless-Legs-Syndrom (3%).“

Wie sehen die Kosten aus?
„In 30 europäischen Hochlohnländern belaufen sich die geschätzten, mit Schlafstörungen verbundenen Kosten zusammengerechnet auf über 420 Millionen Euro, entsprechend 3% des kollektiven BIP dieser Region. Medizinische Kosten sowie Kosten verursacht durch Abwesenheit am Arbeitsplatz machten hierbei in etwa gleich große Anteile aus“, fasst Luisa Welter zusammen und kritisiert: „Trotz ihrer hohen Prävalenz und der erheblichen makroökonomischen Kosten ist die wissenschaftliche Literatur zu der gesellschaftlichen Belastung durch Schlafstörungen im europäischen Raum äußerst spärlich und fragmentiert, insbesondere in Ländern mit mittlerem durchschnittlichem Einkommen.“

Was kann man aus dieser Untersuchung schließen? „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Schlafgesundheit (erholsamen Schlaf) in gesundheitspolitischen Überlegungen eine hohe Priorität beizumessen und die gesellschaftlichen Folgen vermehrt zu untersuchen.“

Wir suchen Ihre besten Einschlaftipps!
Ob Bildschirmverbot im Schlafzimmer, Schäfchen zählen, oder Lavendelkissen: Wir suchen Ihre besten Strategien für eine erholsame Nacht. Schicken Sie uns Ihre Tipps und Erfahrungen gerne an gehenwirsan@kronenzeitung.at oder schreiben Sie uns direkt unten in den Kommentaren! Wir freuen uns auf Ihre Berichte.

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