Kommt es bald zu neuen Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Krieges – und könnten diese in Österreich stattfinden? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bringt uns nun als möglichen Verhandlungsort mit Russland ins Spiel. In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ erklärte er, auch der Vatikan oder die Türkei kämen infrage.
In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ erklärte er, auch der Vatikan oder die Türkei kämen infrage. Trotz des jüngsten Angriffs der USA auf den Iran sei das für diese Woche geplante trilaterale Treffen mit den Amerikanern nicht verschoben worden, sagte Selenskyj. Das nächste Treffen könne wie geplant am Donnerstag oder Freitag stattfinden – möglicherweise jedoch nicht in Abu Dhabi.
Er bevorzuge Genf oder zumindest einen europäischen Ort, da der Krieg auf europäischem Boden stattfinde. Sollte Russland auf einem neutralen Ort bestehen, seien Österreich, der Vatikan oder die Türkei mögliche Optionen. Zudem hoffe die Ukraine auf einen weiteren Gefangenenaustausch.
2023 verließen die FPÖ-Abgeordneten noch während einer Rede Selenskyjs das Parlament, jetzt bringt dieser Wien als möglichen Verhandlungsort ins Spiel:
Selenskyj: Putin durch Iran-Angriff geschwächt
Mit Blick auf den US-Angriff gegen den Iran erklärte Selenskyj, der russische Präsident Wladimir Putin sei dadurch geschwächt worden. „Putin redet, aber handelt nicht – das zeigt, dass er ein schwacher Verbündeter der Iraner ist“, sagte er.
Die Ukraine sei die „europäische Frontlinie“. „Wir sind eure Verteidigung, und die Europäer wissen das“, so Selenskyj. Die Ereignisse im Nahen Osten würden zeigen, dass gegen iranische Drohnen nicht allein Flugzeuge und Raketen ausreichten.
Sorge um Waffenlieferungen
Selenskyj begrüßte den Beschluss der USA, iranische Militärziele anzugreifen. Iran produziere viele Waffen für Russland, insbesondere Drohnen und Raketen. Nun könnten die Iraner dies womöglich nicht mehr tun – möglicherweise würden stattdessen die Russen sie bewaffnen.
Zugleich äußerte der ukrainische Präsident Bedenken hinsichtlich der eigenen Verteidigungsfähigkeit. Die Ukraine könnte Schwierigkeiten bekommen, Raketen und Waffen zur Sicherung ihres Luftraums zu beschaffen. Die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese selbst benötigen, etwa Patriot-Abwehrraketen.
Die Ukraine greife daher auf das sogenannte PURL-Programm zurück, um mit europäischen Mitteln US-Waffen zu kaufen. Es sei jedoch möglich, dass die Amerikaner diese nun selbst bräuchten.
Lässt Antritt bei Wahlen in Ukraine noch offen
Zum Verhältnis zur italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte Selenskyj, sie sei intelligent, Italien unterstütze die Ukraine militärisch so gut es könne, und Meloni stehe „auf der richtigen Seite der Geschichte“.
Wahlen werde es in der Ukraine erst nach dem Ende des Krieges geben, bekräftigte Selenskyj. Ob er selbst erneut kandidieren werde, ließ er offen: „Ich werde sehen, was die Ukrainer wollen.“
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