Wegen Angriffen?

Moskau wird zum mittelalterlichen Funkloch

Außenpolitik
12.03.2026 13:08

Die russischen Behörden nehmen den Bürgern im Lande zunehmend das mobile Internet weg. Die Begründung: Dies sei angeblich aus Sicherheitsgründen wegen der ukrainischen Attacken vonnöten.

Lange galt Moskau als die Vorzeigestadt für schnelles Internet und die Einbindung von Smartphones in den Alltag. Das Gratis-WLAN in der U-Bahn versorgte die User bereits vor Jahren selbst in den tiefsten Tunneln mit Highspeed-Internet.

Doch nun halten seit Tagen Netzprobleme die Metropole in Atem. Darauf angesprochen, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge: Alles geschehe in strenger Übereinstimmung mit dem Gesetz: „Ich denke, die Bürger sollten hier keinen Zweifel haben, dass das Wichtigste die Gewährleistung der Sicherheit ist“.

Die Abschaltung und Beschränkungen gingen auf die ukrainischen Angriffe zurück. Zur Länge der systematischen behördlichen Eingriffe machte Peskow keine Angaben. Sie würden so lange anhalten wie nötig, meinte er nur.

Der Geheimdienst FSB hat das Recht erhalten, das Internet nach eigenem Gutdünken in bestimmten ...
Der Geheimdienst FSB hat das Recht erhalten, das Internet nach eigenem Gutdünken in bestimmten Regionen auch vollständig abzuschalten.(Bild: AP/Alexander Zemlianichenko)

An Kassen muss wieder bar bezahlt werden
Viele, inzwischen zum Alltag der Moskauer gehörende digitale Möglichkeiten, sind jetzt nicht mehr verwendbar. Etwa muss an vielen Kassen wieder bar bezahlt werden. Apps etwa für Fitnesszentren, Banken, Kurierdienste oder Taxis funktionieren nicht. Messenger wie WhatsApp oder Telegram für die Kommunikation mit Freunden und Verwandten sind gestört. Die Verluste für Geschäftsleute belaufen sich Schätzungen zufolge täglich auf Dutzende Millionen Euro.

Chaos ohne Logik
Mangels allgemeiner Logik sorgt die aktuelle Situation für viel Verwunderung. „An ein und demselben Ort kann die Verbindung verschwinden und wieder auftauchen, aber die Momente des Auftauchens sind normalerweise kürzer als die Momente ihrer Nichtverfügbarkeit“, schildert ein Russe gegenüber „BBC“. Dasselbe Glücksspiel sei in der U-Bahn zu beobachten.

Unterbrechungen in geringerem Ausmaß treten auch in Sankt Petersburg auf. Ein Bewohner erzählte „BBC“, dass hingegen außerhalb des Stadtzentrums alles wie gewohnt funktioniere – sogar Telegram ohne Virtual Private Network (VPN).

Immer mehr Einschränkungen
Zuletzt hatten die russischen Behörden den Internetzugang der Russen immer weiter eingeschränkt. Youtube-Videos sind praktisch nicht mehr aufrufbar, Anrufe per WhatsApp oder Telegram sind inzwischen eigentlich nur noch mit einem VPN möglich.

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